Umfrage: Mehrheit der US-Bürger sieht Republikaner stärker in Skandal verwickelt

28. Jänner 2002, 06:17
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Misstrauen gegenüber Angaben der Bush-Regierung

Washington - Die Amerikaner sehen die regierenden Republikaner stärker in den Enron-Skandal verwickelt als die Demokraten. Laut einer von der "New York Times" und CBS durchgeführten Umfrage glauben 45 Prozent, dass die Enron-Manager engere Verbindungen zur Republikanischen Partei hatten, zehn Prozent vermuten mehr Nähe zu den Demokraten. Zehn Prozent sehen beide Parteien gleich verwickelt und 34 Prozent hatten dazu keine Meinung. Die Republikaner haben in den vergangenen Tagen offenbar erfolglos versucht, die politischen Verbindungen Enrons als zu beiden Parteien gleich ausgeprägt darzustellen.

Eine Mehrheit der Befragten glaubt, dass die Regierung von Präsident George W. Bush im Enron-Skandal etwas verheimliche oder lüge. Sogar unter den befragten Republikaner vertraten die meisten diese Ansicht. Derartiges Misstrauen könnte den republikanischen Kandidaten bei den diesjährigen Teilwahlen im Kongress im November schaden, vermutet die "NYT". Denn Enron ist zum politischen Top-Thema geworden: 39 Prozent der Befragten schätzen die Enron-Affäre als sehr wichtig, 44 Prozent als recht wichtig ein.

Immer mehr US-Bürger beschäftigen sich mit den Entwicklungen im Enron-Skandal. Von zuvor zwei Drittel der Befragten stieg die Zahl jener, die die Berichte über den Bankrott des Energiekonzerns verfolgen, nun auf drei Viertel. Grundsätzlich wird der Skandal um dubiose Buchhaltung und mangelnde Kontrolle, der letztlich zur größten Pleite der US-Geschichte wurde, nicht als Einzelfall sondern als typisches Beispiel für Unternehmenspraktiken gesehen. Rund 70 Prozent glauben, dass die Vorgänge bei Enron keine Ausnahme im Wirtschaftsleben darstellen. Nur zehn Prozent halten die Enron-Affäre für einen Sonderfall. (APA)

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