Schneider Technologies zahlungsunfähig

27. Jänner 2002, 18:51
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700 Arbeitsplätze bedroht- Markteinführung neuer Laser-Technologie misslungen

Die börsennotierte deutsche Hersteller von Unterhaltungselektronik Schneider Technologies AG (Türkheim) ist zahlungsunfähig. Der Vorstand des angeschlagenen Unterhaltungselektronik-Konzerns kündigte am Samstag einen Insolvenzantrag an. Er soll an diesem Montag bei den Amtsgerichten im bayerischen Memmingen und im thüringischen Gera gestellt werden. Betroffen davon seien auch die Tochter-Firmen Scheider Laser Technologies AG in Gera und die Schneider Electronics AG. Die Unternehmen der Gruppe beschäftigen nach Angaben des Konzerns rund 700 Menschen. Der Konzernumsatz 2001 belief sich demnach auf rund 235 Mill. Euro (3,23 Mrd. S). Trotz intensiver Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Aktionären habe der Finanzbedarf für die Restrukturierung und Fortführung des operativen Geschäfts nicht gesichert werden können, begründete der Vorstand den Insolvenzantrag. Nach der Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters solle versucht werden, die Arbeitsplätze zu sichern und Kunden zu halten.

Gescheitert

Das Unternehmen ist offenbar auch an der Markteinführung einer neuen Laser-Technologie zur Video- und Datenübertragung auf große Flächen gescheitert. Bei der so genannten Laser-Display-Technologie sei es nicht mehr möglich, den kommerziellen Durchbruch zu schaffen, erklärte Vorstand Ralf Adam. Geplant war unter dem Schlagwort "Laser- TV" auch ein Produkt für den Massenmarkt als Alternative zum herkömmlichen Fernsehgerät.

Im Dezember hatte das Unternehmen mitgeteilt, für 2001 statt des angekündigten Gewinns einen deutlich höheren Verlust vor Steuern und Zinsen zu erwarten als die minus 1,78 Mill. Euro im Jahr davor. Damals hieß es, nach dem Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden hätten sich bei einer Bestandsaufnahme neue Einschätzungen und Bewertungen ergeben. Das Ergebnis der Schneider-Gruppe werde zudem durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa belastet. Auf Grund von Differenzen beim Konzernumbau war der ehemalige Vorstandschef Benedikt Niemeyer im Oktober zurückgetreten. Der Aufsichtsrat hatte zuvor eine Verlagerung von Kompetenzen auf die operativ tätigen Töchter Schneider Laser Technologies und Schneider Electronic und eine Verkleinerung des Vorstands der Holding beschlossen. (APA/Reuters)

Nach dem jetzigen Scheitern der Verhandlungen mit Investoren und Kreditgebern ist das endgültige Aus für das 1889 gegründete Traditionsunternehmen, das 1984 eine eigene Computer-Sparte (z.B. CPC464 oder EuroPC) bildete
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