US-Journalist Pearl in Pakistan entführt

28. Jänner 2002, 13:32
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Verbesserung der Haftbedingungen im Camp X-Ray gefordert

Eine pakistanische Gruppe, die sich selbst "Nationale Bewegung für die Wiederherstellung der pakistanischen Souveränität" nennt, hat die Verantwortung für die Entführung des US-Journalisten Daniel Pearl übernommen. In einem E-Mail an verschiedene Medien forderte die Gruppe eine bessere Behandlung der gefangenen Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer auf Kuba, berichtet die

Vorwurf der "Spionage"

Daniel Pearl ist Chef des Südasienbüros des Wall Street Journals. Am Mittwoch vergangener Woche war er nach Karachi gereist, um Interviews mit Führern radikaler islamischer Gruppen zu führen. Die Entführer werfen Pearl vor, ein Agent des US-Geheimdienstes CIA zu sein. Sowohl das "Wall Street Journal" als auch die US-Regierung dementieren diesen Vorwurf. Die pakistanische Polizei vermutet laut BBC den Terroristen Harkat al-Mudschahedin hinter der Aktion. Harket habe gute Verbindungen zum Netzwerk von Al-Qaida und sei auf der Liste der US-Regierung für gesuchte Terroristen, berichtet die BBC.

Die gefangenen Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer werden von der US-Armee auf dem Stützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba festgehalten. Bilder von den Gefangenen und deren fragwürdigen Haftbedingungen im so genannten Camp X-Ray gingen vergangene Woche durch die Medien. Die USA verweigern den Gefangenen den Status als Kriegsgefangene. (pte)

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derStandard.at/Politik
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