Aborigine will Polizeichef mit Speer richten

28. Jänner 2002, 12:08
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Heiliges Feuer gelöscht

Canberra - Weil er ein heiliges Feuer der australischen Ureinwohner gelöscht hat, soll ein weißer Polizeichef nach dem Willen eines Ältesten der Aborigines mit dem Speer hingerichtet werden. Einen entsprechenden Antrag stellte Darren Bloomfield vor dem Obersten Gerichtshof Australiens, wie Zeitungen in der Stadt Fairfax am Sonntag berichteten.

Bloomfeld beschuldigt Polizeichef Brian Hepworth, bei einem Einsatz im Juli 2001 ein heiliges Feuer entweiht zu haben. Außerdem habe der Beamte auch noch versucht, ihn mit einem Polizeiauto zu überfahren. Der Vorfall ereignete sich vor der so genannten Zelt-Botschaft der Aborigines auf dem Rasen vor dem alten Parlamentsgebäude in Canberra. Dort hatten sie im Jänner 1972 in einem Zelt eine Botschaft errichtet, um auf ihre Landforderungen an die aus Europa eingewanderte weiße Bevölkerungsmehrheit aufmerksam zu machen. Die Botschaft war 1975 aufgegeben, aber 1992 wiedererrichtet worden. Am Wochenende wurde der 30. Jahrestag ihres Bestehens begangen.

Bloomfeld argumentierte vor dem Gericht, der Polizeichef solle zuerst von den Weißen nach deren Recht und danach nach dem Recht der Aborigines bestraft werden. Dieses sieht für die Entweihung heiliger Stätten und Mordversuch den Tod durch Speerwurf vor. Das Gericht wird den Fall am 22. März verhandeln. (APA)

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