Hakoah-Sportplatz: Einigung auf Standort Prater steht bevor

27. Jänner 2002, 19:57
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Augarten dürfte endgültig aus dem Rennen sein

Wien - In der Standortdiskussion um die Restitution eines Sportplatzes für den jüdischen Verein Hakoah steht eine Einigung unmittelbar bevor. "Die Verhandlungen sind sehr gut weitergekommen", sagte der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S). Beste Chancen hat dabei dem Vernehmen nach jener Sportplatz im Prater, der von den Nationalsozialisten im Jahr 1938 "arisiert" worden war. Der Augarten dürfte endgültig aus dem Rennen zu sein.

Dass es tatsächlich der derzeit unter anderem vom Sportverein des Finanzministeriums betriebene Prater-Sportplatz werden könnte, wollte Häupl nicht direkt bestätigen. Er werde dies "zur vorgesehenen Zeit" Ende Jänner/Anfang Februar bekannt geben. Die Angaben von Rathaus-Insidern sprechen aber dafür, ebenso wie Aussagen der VP-Nationalratsabgeordneten Gertrude Brinek und eines Vertreters des Finanz-Sportklubs im "Kurier".

Klar scheint auch, dass der wiederholt von der Hakoah und der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde geforderte Platz im denkmalgeschützten Augarten in der Leopoldstadt kaum mehr Chancen hat. "Ich habe immer gesagt, dass wir das nicht gegen Widerstand machen werden", so der Bürgermeister. Gegen den Augarten haben sich FPÖ, ÖVP, Grüne und die Bürgerinitiative "Freunde des Augartens" ausgesprochen.

Laut Häupl sind in Sachen Prater noch "nicht unwichtige finanzielle Dinge" zu besprechen. Es geht dabei um die Betriebskosten, für die die Hakoah bei dem rund 15.000 Quadratmeter großen Platz nicht allein aufkommen kann. Das Areal soll nun der Hakoah übergeben werden, der Finanz-Sportklub könnte sich auf einem Teil des Areals einmieten und damit auch den Betrieb mitfinanzieren.

Häupl zeigte sich zuversichtlich, dass sich in dieser Frage eine Lösung finden wird. "Ich habe den Eindruck, dass alle Beteiligten sehr konstruktiv zusammenarbeiten", betonte der Bürgermeister. (APA)

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