Vermeintlich ausgestorbene Schmetterlingsarten wiederentdeckt

27. Jänner 2002, 13:01
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Große Bestandsaufnahme in Vorarlberg ergibt 2.307 Spezies

Bregenz - Nicht weniger als 2.307 Schmetterlingsarten gibt es derzeit in Vorarlberg. Das ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, die die Vorarlberger Naturschau als ersten Teil der "Roten Liste" veröffentlicht hat. In dem Band werden die Arten verschiedenen Gefährdungskategorien zugeordnet. Bei den Forschungen wurde auch eine weltweit völlig neue Schmetterlingsart entdeckt: Sie heißt nun "Agonopterix clunia", nach der römischen Poststation Clunia bei Feldkirch.

Erstellt hat die Bestandsaufnahme der Lepidopterologe - also Schmetterlingskundler - Peter Huemer vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Er wertete dafür historische Quellen und Beobachtungsdaten von Hobbyforschern aus, war aber auch selbst für nächtliche Fangaktionen unterwegs. Neben vielen bedrohten Arten fand er auch Erstaunliches: Vermeintlich bereits ausgestorbene Arten wurden wieder entdeckt, neue Arten wurden erstmals für Vorarlberg nachgewiesen.

Als einziges Bundesland hat Vorarlberg die Erstellung von "Roten Listen" gefährdeter Tier- und Pflanzenarten gesetzlich verankert. Die Bestandsaufnahme der Schmetterlingsarten ist der erste Teil dieser "Roten Listen". Nun sollen auch Bestandsaufnahmen aller anderen Tier- und Pflanzengruppen erstellt werden. "Erst eine Bestandsaufnahme aller im Ländle vorkommenden Tier- und Pflanzenarten macht Aussagen über die Gefährdung der Artenvielfalt möglich", begründet die Vorarlberger Naturschau in einer Presseaussendung. Auch eine regelmäßige Überarbeitung ist geplant, damit langfristige Trends erkennbar werden. (APA)

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