Lockerung des Abtreibungsverbots in Irland umstritten

26. Jänner 2002, 17:05
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Referendum über Gesetzesänderung geplant - Bei Lebensgefahr soll Schwangerschaftsabbruch möglich sein

Dublin - Die irischen Wähler sind laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage geteilter Meinung über geplante Lockerungen des Abtreibungsverbots. In der Umfrage der Tageszeitung "Irish Times" und des irischen Marktforschungsbüros unterstützten 39 Prozent eine Gesetzesänderung, 34 Prozent äußerten sich ablehnend. Weitere 21 Prozent hatten keine Meinung, und sechs Prozent erklärten, sie wollten an einem Referendum über die Frage nicht teilnehmen.

Die Regierung von Ministerpräsident Bertie Ahern muss ein Referendum über das geplante Gesetz abhalten, das Ärzten den Abbruch einer Schwangerschaft bei Gefahr für das Leben der Schwangeren gestattet. Das Gesetz berücksichtigt laut Ahern die Forderung des Obersten Gerichts von 1992, wonach eine Abtreibung erlaubt sein sollte, wenn die Frau andernfalls sterben könnte.

Bisher verbietet die irische Verfassung jeglichen Schwangerschaftsabbruch. Von dem geplanten Gesetz ausgenommen sind Fälle, in denen die Schwangere mit Selbstmord droht. Das Referendum könnte noch in diesem Frühjahr stattfinden. Für die Umfrage wurden im Jänner 1.500 Menschen befragt. (APA/AP)

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