Verträge der US-Regierung mit Enron werden überprüft

26. Jänner 2002, 13:54
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Auch Beziehungen zu Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen auf dem Prüfstand

Washington - Auch die US-Regierung überprüft nun ihre Beziehungen zum bankrotten Energiekonzern Enron und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen. Mit der vom Weißen Haus am Freitag angeordneten umfassenden Untersuchung soll festgestellt werden, ob die beiden Unternehmen ihre Verträge mit staatlichen Behörden einhalten und einwandfreie Geschäftspraktiken verfolgen. Die Geschäftsbeziehungen beider Unternehmen mit der Regierung haben den Angaben zufolge ein Volumen von 70 Millionen Dollar (80,8 Millionen Euro).

Der US-Kongress, die Bundespolizei FBI sowie Justiz- und Arbeitsministerium haben ebenfalls Ermittlungen eingeleitet. Beide Firmen sollen nach der Aufnahme staatlicher Ermittlungen gegen Enron tausende Dokumente und Akten vernichtet haben. Mitte November hatte Enron eingeräumt, dass der Gewinn in den vergangenen vier Jahren um rund 20 Prozent zu hoch angegeben und ein Großteil der Schulden von 15 Milliarden Dollar nicht in den Bilanzen ausgewiesen worden waren. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Dynegy hatte Enron am 2. Dezember Konkurs angemeldet.

Der Haushaltsdirektor des Weißen Hauses, Mitchell Daniels, erklärte am Freitag, die Vorwürfe gegen beide Unternehmen könnten sich negativ auf deren Geschäftsgebaren auswirken. Es müsse daher überprüft werden, ob die bestehenden Verträge nach den vereinbarten Bedingungen und den ethischen Vorgaben der Regierung erfüllt würden.

Die Enron-Pleite gilt als der größte Konkurs in der Geschichte der USA. Am Mittwoch gab der Chef des bankrotten Energiekonzerns, Kenneth Lay, seinen Rücktritt bekannt. Das Unternehmen unterstützte den Wahlkampf von US-Präsident George W. Bush. (APA/AP)

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