Dostum für anhaltende US-Militärpräsenz in Afghanistan

25. Jänner 2002, 20:26
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Ethnische Rivalitäten sollen Regierungsarbeit nicht stören

Istanbul - Der stellvertretende afghanische Verteidigungsminister General Rashid Dostum hat sich für einen Verbleib der amerikanischen Truppen in seinem Land ausgesprochen. Er erklärte am Freitag während eines Besuch in Istanbul, ohne amerikanische Unterstützung hätte das Regime der Taliban nicht gestürzt werden können. Es sei daher logisch, dass die Soldaten blieben, um auch die letzten Widerstandsnester zu zerstören. Alte ethnische Rivalitäten sollten die Arbeit der Interimsregierung nicht behindern.

Es werde keine weiteren Konflikte zwischen den ethnischen Gruppen geben, die in der Interimsregierung von Hamid Karsai vertreten seien, sagte Dostum, der Truppen der Nordallianz gegen die Taliban führte. Pläne zur Entwaffnung einiger Milizen der Nordallianz müssten allerdings begleitet sein von Sicherheitsgarantien.

In der Vergangenheit hatte Dostum die Interimsregierung heftig kritisiert und mehr Macht für lokale Führer gefordert. Beobachter vermuteten, dass Dostum der afghanischen Regierung auf Druck der türkischen Regierung seine Loyalität versicherte. Dostum lebte nach seiner Vertreibung aus Afghanistan sechs Monate in der Türkei. Dort traf er während seines Besuchs in dieser Woche seine Frau und acht seiner neun Kinder, die in Ankara leben. (APA/AP)

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    foto: epa/kerim okten
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