Skepsis über "ultimative Stammzelle"

25. Jänner 2002, 19:59
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Führender heimischer Forscher Kocher: "Die Zelle, die ich identifiziert habe, war schon sehr selten"

Wien - Mit Skepsis reagiert einer der führenden heimischen Stammzellforscher, Alfred Kocher vom Wiener AKH, auf die Meldung von New Scientist online über eine "ultimative" Zelle aus dem Knochenmark mit der Plastizität einer embryonalen (DER STANDARD berichtete).

"Die Zelle, die ich identifiziert habe, war schon sehr selten", so Kocher, "eine, die alles kann, muss noch viel seltener sein", sagt er gegenüber dem STANDARD. Damit stellt sich das alte Mengenproblem der adulten Stammzellen. Denn auch die angeblich ultimative Zelle lasse sich wohl nicht so gut vermehren wie Embryozellen.

Mit einem Mix verschiedener Stammzellen, bleibt Kocher nüchtern, hätten schon andere Ähnliches gezeigt wie jetzt Catherine Verfaille von der Uni Minnesota. So wurde etwa "ein menschliches Stammzellgemisch in die Bauchhöhle eines Schafsembryos gespritzt". Die Zellen hätten "überall funktionelle Zellen gebildet". (rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26./27. 1. 2002)

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