König Herodes erlag einem Nierenleiden

25. Jänner 2002, 16:17
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Ein Medizinprofessor begab sich auf historische Detektivarbeit

Baltimore - König Herodes starb einer neuen Diagnose zufolge an einem Nierenleiden, das wahrscheinlich durch eine Infektion der Geschlechtsorgane verschlimmert wurde. Zu diesem Ergebnis kommt Jan Hirschmann, Medizinprofessor an der Universität von Maryland in Baltimore, nach langjähriger historischer Detektivarbeit. Er stellte diese Studien am Freitag auf einer Konferenz klinischer Pathologen (CPC) in Baltimore vor.

"Die Texte, die Herodes letzte Lebenstage beschreiben, nennen mehrere entscheidende Symptome, die letztlich zu seinem Tod führten, darunter schlimmes Jucken, Leibschmerzen und Probleme mit dem Verdauungssystem, Atemlosigkeit, Krämpfe in allen Gliedmaßen und ein Gangrän der Geschlechtsteile", erläutert Hirschmann. Das seltene Fournier-Gangrän ist eine Infektion der Geschlechtsorgane, durch die Gewebe abstirbt.

Geschichtsschreibung

Historiker beschreiben Herodes als brutalen, unberechenbaren, paranoiden und grausamen Herrscher Judeas vor rund 2000 Jahren. Er ließ nicht nur eine seiner Frauen und drei Söhne umbringen, sondern trachtete auch dem heranwachsenden Jesus nach dem Leben und ließ unzählige unschuldige Menschen ermorden. Nach 36 Jahren an der Macht starb Herodes.

"Herodes ist so faszinierend, weil sein Leben außerordentlich komplex war und er mit nahezu jeder großen Figur des ersten Jahrhunderts vor Christi Geburt zu tun hatte", kommentierte der kanadische Religionswissenschafter Peter Richardson, emeritierter Professor der Universität Toronto. (APA/dpa)

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