Vor allem Frauen betroffen von chronischer Polyarthritis

25. Jänner 2002, 14:47
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Gegen schwerste Form des Gelenksrheumatismus gibt es jetzt ein neues Medikament

Wien - Frauen sind von dieser schwersten Form des Gelenksrheumatismus im Schnitt 3mal häufiger betroffen als Männer. "Zwischen dem 45. und dem 60. Lebensjahr beträgt das Verhältnis Frau zu Mann sogar 5:1", so Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Brezinschek von der Abteilung für Rheumatologie an der Uniklinik Graz. "Viele, die an chronischer Polyarthritis (cP) leiden, sind noch sehr jung - was überrascht, denn Rheuma wird fälschlicherweise oft für eine Alterserscheinung gehalten. Am häufigsten wird cP zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr diagnostiziert; ich habe aber auch Jugendliche unter meinen PatientInnen."

Immunsystem richtet sich gegen eigenes Gewebe

Der Rheuma-Experte weiter: "Bei der chronischen Polyarthritis greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an, statt sich der Abwehr von Krankheitserregern zu widmen. Die befallenen Gelenke schwellen an, schmerzen und werden steif. Schreitet die Erkrankung unbehandelt voran, kann es zu bleibenden Zerstörungen des Bewegungsapparates mit massiven körperlichen Behinderungen kommen."

Neue Klasse von Rheuma-Medikamenten

Herkömmliche nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können zwar das Fortschreiten von Entzündung und Schmerz hemmen, allerdings auch schwere Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt hervorrufen. Brezinschek: "Seit einem Jahr gibt es aber auch in Österreich die so genannten COX-2-Hemmer (Coxibe), eine neue Klasse von Rheuma-Medikamenten, die gleich wirksam sind wie klassische NSAR, aber wesentlich verträglicher für Magen und Darm. Als einziger Wirkstoff aus dieser neuen Gruppe ist Celecoxib in Österreich auch für die Behandlung der cP zugelassen. Diese neue Substanz stellt eine enorme Verbesserung in der Therapie dar. In Österreich kann die Lebensqualität von rund 80.000 Menschen deutlich verbessert werden."

"Als bei mir chronische Polyarthritis festgestellt wurde, war ich 21 Jahre alt", berichtet Daniela L. aus Oberösterreich, aktiv in der Österreichischen Rheumaliga. "Die Krankheit begann schleichend mit schmerzhaften Schwellungen einzelner Gelenke. Heute bin ich 35 und musste viele meiner Hobbies aufgeben. Jetzt im Winter etwa kann ich beim Schifahren nur mehr zusehen." (red)

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