Gründerrekord 2001: Boom bei Finanz- und Unternehmensberatern

25. Jänner 2002, 15:57
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Neugründungen im Vorjahr um 13,5 Prozent gestiegen - Frauen zu einem Drittel vertreten

Wien - Einen neuen Gründerrekord verzeichnete die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Jahr 2001. Im Vorjahr wurden 27.000 Unternehmen gegründet, um 13,6 Prozent mehr als 2000, hieß es heute in einer Aussendung. Die Gründungsquote - Neugründungen in Prozent des Standes an aktiven Kammermitgliedern - kletterte damit von 7,7 Prozent (1999) und 8,2 Prozent (2000) erstmals auf 9 Prozent. Ein Drittel der Unternehmen wurden von Frauen gegründet.

Mehr als die Hälfte der neuen Unternehmen - exakt 55,9 Prozent - entstanden in der Sparte Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen. Spitzenreiter war hier der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie mit 3.208 Neugründungen, um 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Den stärksten Anstieg an Gründungen verzeichnete die Fachgruppe Finanzdienstleister mit einem Plus von 108,5 Prozent auf 2.909 neue Firmen. 27 Prozent der Jungunternehmer machten sich im Handel selbstständig, 12,6 Prozent in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Der Anteil der Sparte Transport, Verkehr, Telekommunikation liegt bei 4,9 Prozent und in der Industrie bei 1,3 Prozent.

Durchschnittsalter gesunken

Das Durchschnittsalter der Unternehmensgründer sank in den vergangenen beiden Jahren von 35,7 Jahren auf 34,8 Jahre merklich zurück. Knapp 38 Prozent der Neugründungen wurden von Personen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren vorgenommen, rund 31 Prozent entfielen auf die Altersgruppe 20 bis 30 Jahre, gefolgt von den 40- bis 50-Jährigen mit einem Anteil von 19,4 Prozent.

Während vor 1996 jährlich zwischen 14.000 und 15.000 neue Unternehmen entstanden, waren es im Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2000 rund 21.400. "Die aktuellen Zahlen zeigen das große Potenzial für die unternehmerische Selbständigkeit in unserem Land", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Das Ziel für 2002 sei mit 30.000 Neugründungen zwar sehr ambitioniert, aber bei Zusammenwirken aller Beteiligten erreichbar.

Sozialversicherungs-Initiative

Um die Gründer beim Start nicht mit sehr hohen Mindestbeiträgen der Sozialversicherung zu belasten, will Leitl nun eine Initiative bei der gewerblichen Sozialversicherung starten, um noch heuer entsprechende Maßnahmen zu setzen. Auch eine intelligente Gewerbeordnungsnovelle könne sowohl für bestehende Unternehmen als auch Neugründer Verbesserungen des Umfeldes und somit neue Anreize bieten. Zudem könnten durch die Einführung der Bildungs- und Forschungsprämie erstmals auch Klein- und Mittelbetriebe Förderungen in Bildungsbereich in Anspruch nehmen.

"Die Wirtschaftskammer Österreich hat 2002 zum Gründerjahr erkoren und wird durch spezielle Beratungsleistungen im Rahmen der Jungen Wirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum weiteren Ausbau der Gründungsintensität in Österreich leisten", kündigt Leitl an. (APA)

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