Schweizer gründen erste Online-Gewerkschaft

25. Jänner 2002, 13:29
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//syndikat wendet sich sowohl an Angestellte als auch Freelancer

In Zürich entsteht die laut eigenen Angaben erste eigenständige Online-Gewerkschaft der Welt: Die neue Gewerkschaft mit dem Namen //syndikat richtet sich sowohl an Angestellte als auch Freelancer in der Informatik, im Web- Publishing, in Werbung und Beratung. "Wir wollen eine gute Balance von Beruf und Freizeit, faire Löhne und Arbeitsbedingungen, gute Weiterbildungsmöglichkeiten und den Schutz der Privatsphäre am Arbeitsplatz", erklärte Vorstandsmitglied Gilbert Lordong zu den Zielen von // syndikat. Die Gründungsversammlung findet morgen, Samstag, statt, bereits jetzt ist die Website online, die als "Dreh- und Angelpunkt" für die Online- Gewerkschaft fungieren soll.

Infosammlung

//syndikat will auf seiner Homepage "exklusive Informationen und Ratgeber rund um das Arbeitsrecht und speziell für Freelancer interessante Informationen" versammeln. Voraussetzung für den Zugriff auf diese Inhalte ist ein jährlicher Beitrag in der Höhe von 160 Schweizer Franken (109,07 Euro), für den die //syndikat-Mitglieder auch eine Rechtsschutzversicherung in allen Belangen rund um Arbeit und Sozialversicherungen erhalten. Die Gerkschaftsmitglieder können dabei auch die Beratung von Arbeitsrechtlern und Spezialisten in Anspruch nehmen.

Vernetzung

"//syndikat wird von Menschen aus Branchen gemacht, in denen die Gewerkschaften bislang kaum Einfluss nehmen konnten", so der designierte Präsident der Online-Gewerkschaft, Burkhard Frey, der als Informatik- Projektleiter in einer großen Versicherung arbeitet. Syndikat.ch soll zu einer Plattform zur Vernetzung von freischaffenden Mitgliedern werden, ist aber "nicht als rein virtuelle Organisation" geplant. "//syndikat will konfliktfähig sein und bei Bedarf Kampfmaßnahmen ergreifen können", heißt es dazu in einer Aussendung.

Unterstützung

Der Start der Online-Gewerkschaft wird von der größten Einzelgewerkschaft der Schweiz, der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI), unterstützt: Nach einem Startbeitrag von 120.000 Schweizer Franken (81.799,09 Euro) will die GBI mit einem Darlehen von 180.000 Schweizer Franken (122.698,63 Euro) zum weiteren Aufbau von //syndikat beitragen. //syndikat startet mit 200 Gründungsmitgliedern, bis Ende des Jahres sollen rund 2.000 Mitglieder gewonnen werden. (pte)

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