Tech-Werte: Für Jubelstimmung zu früh

25. Jänner 2002, 13:05
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Bank Austria warnt vor frühem Optimismus - Anleger sehen Situation langsam realistischer

Wien - Asset Manager der Bank Austria (BA) warnen vor einer voreiligen Jubelstimmung bei Technologietiteln. Dafür scheine es zu früh zu sein. "Vielmehr beginnen die Anleger die fundamentale Situation in der Technologie langsam realistischer zu sehen, was langfristig der Performance in dem Sektor nur zuträglich sein kann", so die BA-Experten am Freitag.

Zuvor hatten in dieser Woche mit Nokia, SAP, Siemens, Infineon, und STMicroelectronics die führenden Technologiewerte Europas über ihre Geschäftsentwicklung berichtet und die Erwartungen des Marktes weitestgehend erfüllt.

Quartalszahlen erfüllen Erwartungen

Kurzfristig vorsichtig stimme die Tatsache, dass die Bewertungen angesichts der steilen Kursanstiege vor allem im letzten Quartal 2001 relativ wenig Platz für Enttäuschungen lassen. "Die grosso modo leicht über den bereits reduzierten Erwartungen liegenden Unternehmensergebnisse können nur zum Teil die wieder hohen Bewertungen erklären. Gleichzeitig hat gerade das 4. Quartal gezeigt, dass Kursanstiege nicht mit fundamentalen Unternehmensnachrichten einhergehen müssen", so das Fazit der Asset Management-Experten. Vor diesem Hintergrund raten sie weiterhin zu Selektivität und empfehlen im europäischen Technologiesektor STMicroelectronics.

Die großen Technologie-Unternehmen hätten mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen des Marktes weitestgehend erfüllen können. Manche, wie Nokia und SAP, konnten die Erwartungen sogar übertreffen. Beziehe man aber das absolute Niveau der Gewinn- und Umsatzzahlen in die Analyse mit ein, scheint es für eine voreilige Jubelstimmung noch zu früh.

Handy's Halbwertszeit

Vor allem die mittlerweile hohe Marktsaturierung und die deutlich höhere "Halbwertszeit" von Handys machten der ehemaligen Boombranche zu schaffen. Ersatzkäufe könnten dadurch die kleiner werdende Anzahl von Erstkäufern nicht im erhofften Ausmaß kompensieren.

Bei den Halbleiterherstellern konnte Infineon zwar seinen Quartalsverlust auf 331 Mill. Euro (4,6 Mrd. S) verringern, produziere aber trotz wieder gestiegener Halbleiterpreise immer noch unter den Herstellungskosten. Somit gehe Infineon auch für das laufende Jahr abermals von einem Verlust jenseits der 1 Milliarde Euro-Grenze aus. Die Investmentmeinung reduziere sich damit zwingend auf die weitere Entwicklung der DRAM-Preise. Dabei würden die BA-Experten nach wie vor zur Vorsicht raten. Die Branchenempfehlung lautet hier STMicroelectronics. Als ein direkter Zulieferer der Handyerzeuger sollte STM von einer sich abzeichnenden Branchenerholung profitieren. (APA)

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