Trotz Euro verschiedene Zeitungspreise

25. Jänner 2002, 12:33
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... in Euroländern - Verschiedene Mehrwertsteuersätze und Transportkosten als Grund

Für Zeitungen und Zeitschriften galten schon bisher in den einzelnen Ländern Europas unterschiedliche Preise, die in der jeweiligen Landeswährung aufgedruckt waren. Mit der Einführung des Euro werden diese Preisunterschiede nun noch deutlicher. Eine von der APA durchgeführte Kurzanalyse der Preispolitik wichtiger heimischer und europäischer Tageszeitungen zeigt jedoch, dass die Verleger in Europa dabei höchst unterschiedliche Strategien verfolgen: bis zu sieben unterschiedliche Preise werden für dieselbe Zeitungs-Ausgabe innerhalb der Euroländer verlangt, während etwa die größten heimischen Blätter mit zwei bis drei Preisen auskommen.

Verschiedene Mehrwertsteuer- und Transportkostenbelastungen

Begründet werden die Preisunterschiede laut Wirtschaftskammer mit den unterschiedlichen Mehrwertsteuerbelastungen und den differenzierten Transportkosten in den Verbreitungsgebieten.

"El Pais"

Europäischer Spitzenreiter in der differenzierten Preispolitik ist die spanische Tageszeitung "El Pais" mit sieben verschiedenen Preisen innerhalb der 12 Euroländer. Am billigsten ist das Blatt in Portugal (1,30 Euro), Griechenland (1,50 Euro) und Italien (1,75 Euro). In vier weiteren Euroländern kostet sie 2 Euro, in Deutschland 2,05 Euro, in Österreich 2,25 Euro und in Finnland sogar 2,75 Euro. Auch die britische "The Guardian" kennt sechs verschiedene Preiszonen in Europa. Hier reicht die Spanne von 1,65 Euro (Portugal und Griechenland) bis 2,70 Euro (Finnland).

"Kronen Zeitung" und "Kurier"

Die meisten österreichischen Tageszeitungen kommen mit zwei bis drei Preisen aus, einen für das Inland und einen bzw. zwei für das Ausland. Die auflagenstärkste Tageszeitung in Österreich, die "Kronen Zeitung", und der "Kurier" verlangen für eine ihrer Wochentagsausgaben im Inland 0,73 Euro bzw. 10 S, in den Euroländern Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien dagegen 1 Euro. Die Sonntagsausgabe kommt auf 0,80 Euro, in den oben angeführten Euroländern bleibt sie aber mit 1 Euro gleich teuer.

DER STANDARD, "Die Presse", "Tiroler Tageszeitung"

DER STANDARD kostet sowohl wochentags als auch am Wochenende im Inland 1,09 Euro, in den Euroländern 1,60 Euro. "Die Presse" kommt im Inland auf 1 Euro, im Euro-Ausland auf 1,60 Euro. Die "Tiroler Tageszeitung" wird unter der Woche im Inland um 0,80 Euro, im Ausland um 1,02 Euro vertrieben, am Wochenende kommt sie auf 1,09 Euro im Inland bzw. 1,28 Euro im Ausland.

"Salzburger Nachrichten" und "Kleine Zeitung"

Anders bei den "Salzburger Nachrichten": Im Inland kostet eine Ausgabe Wochentags 0,73 Euro (Wochenende: 1,09 Euro), in Deutschland 0,77 (1,12) Euro und in Italien 1,50 (1,50) Euro. Die "Kleine Zeitung" kostet im Inland 0,80 Euro, in Italien 1,45 Euro.

"Die Welt"

Uneinheitlich sind die Preise auch bei den deutschen Zeitungen: "Die Welt", die nach eigenen Angaben täglich in über 130 Ländern gelesen wird, kostet in Deutschland 1 Euro (samstags: 1,20 Euro). Zum selben Preis wird sie auch in Österreich, Belgien, Luxemburg und der Niederlande vertrieben. In Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien, Irland und Spanien kostet das Blatt dagegen 1,50 (1,70) Euro.

"Handelsblatt", "Financial Times Deutschland", "Süddeutsche Zeitung"

Die deutsche Wirtschafts- und Finanzzeitung "Handelsblatt" ist sowohl in Deutschland als auch in Österreich für 1,70 Euro zu haben. In Irland und den Kanarischen Inseln um 2,30 Euro, in den restlichen Euroländern um 2,10 Euro. Die "Financial Times Deutschland" kommt dem deutschen Leser auf 1,40 Euro, in Österreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden kostet sie 1,85 Euro, in Frankreich 2 Euro, in Italien und Spanien 2,40 Euro, in Griechenland, den Kanaren und Portugal sogar 2,50 Euro. Die "Süddeutsche Zeitung" kennt zwei Preise: 1,10 Euro für Deutschland und Österreich, 1,50 Euro für die restlichen Euroländer.

"Financial Times", "The Wall Street Journal Europe"

Die Londoner "Financial Times" (FT) wird dagegen in allen Euroländern einheitlich um 2,25 Euro angeboten. Zu einem einheitlichen Euro-Zonen-Preis von 2,20 Euro wird auch das in Brüssel publizierte "The Wall Street Journal Europe" (WSJE) vertrieben.

"Neue Zürcher Zeitung", "Le Monde"

Die Preise anderer großer europäischer Zeitungen: Die internationale Ausgabe der "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) wird durchgehend zu 2 Euro verkauft. Die Preisspanne bei "Le Monde" reicht dagegen von 1,20 Euro (Belgien, Luxemburg) über 1,50 Euro (die meisten Euroländer) und 2,00 Euro für Finnland.

"Corriere della Sera"

Der italienische "Corriere della Sera" hat mindestens fünf Europreiszonen. 0,88 Euro kostet er im Inland, 1,20 in Spanien und Portugal (Inseln: 1,40 Euro), 1,60 Euro in Griechenland, 1,85 Euro in den meisten Euroländern und 2 Euro in Finnland und Irland. (Schluss) ggr/wye/bru/ks

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