Papierrecycling hat Einfluss auf Forstwirtschaft

25. Jänner 2002, 12:21
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Studie: Bedarf an Durchforstungsholz sinkt

Wien - Die Zusammenhänge zwischen der Verwertung von Altpapier und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu klären war Auftrag einer Studie, die vom Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse liegen nun in Form eines über 200 Seiten starken Berichtes vor. Die Kernaussage der Untersuchung: Papierrecycling übt zwar einen Einfluss auf die Forstwirtschaft aus, negative ökologische Auswirkungen seien aber nicht nachweisbar.

Rund 70 Prozent des verbrauchten Papiers werden in Österreich wieder gesammelt. Dies bringt einen Platz im internationalen Spitzenfeld. Beim Recycling in der Papierindustrie werden laut UBA aber nur 49 Prozent eingesetzt, knapp mehr als der EU-Durchschnitt von 43 Prozent. Diese Mengen wirken sich aber auch direkt auf den Holzbedarf aus.

Die Folge des Recyclings ist ein geringerer Bedarf an Durchforstungsholz. Grundsätzlich brauchen ökologisch intakte Wälder laut dem Umweltbundesamt keine menschliche "Pflege", in überwiegender Mehrheit gebe es in Österreich aber Wirtschaftswälder zur Holzgewinnung. Unabhängig von der Verwertung in der Papierindustrie gebe es aber auch viele andere Einsatzmöglichkeiten für Durchforstungsholz.

Nutzungspotential unterschätzt

Gerade dieses Nutzungspotential werde von Kleinwaldbesitzern oft unterschätzt, heißt es in dem Bericht. Die Angst vor Engpässen in der Eigenversorgung und Arbeitskräftemangel würden oft zur Unterlassung der Durchforstung führen. Dieses gewonnene Holz könne aber auch noch in verschiedenen Sparten wie etwa als Sägerundholz eingesetzt werden.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Durchforstungen vorwiegend betriebswirtschaftlich motiviert sind. Trotz des verstärken Recyclings von Altpapier in den vergangenen Jahren habe es deutlich mehr Aktivitäten in der Forstwirtschaft gegeben. Ein direkter ökologischer Zusammenhang lasse sich daher nicht nachweisen. (APA)

LINK:
Umweltbundesamt

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