Pop-Revolte in den USA

25. Jänner 2002, 11:40
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Altgediente Stars gehen für die Jungen in den Klassenkampf - Zielobjekt: die Knebelverträge der Plattenindustrie

Sacramento - Die Pop-Stars Sheryl Crow, Don Henley, Stevie Nicks und Carol King haben ihren Kampf gegen die Plattenindustrie verstärkt. Wie die "Los Angeles Times" am Donnerstag berichtete, protestierten die Musiker am Mittwoch beim kalifornischen Parlament gegen so genannte Knebelverträge der Musikindustrie. Die Pop-Stars fordern vom Gesetzgeber eine Neuregelung des Arbeitsrechts.

Don Henley beschwerte sich in der Landeshauptstadt Sacramento über einengende Plattenverträge, durch die Künstler jahrelang an ein Label gebunden würden. Die meisten Musiker seien "sehr naive Leute", die sich mit Verträgen nicht auskennen würden, sagte Henley. Musiker seien häufig länger als sieben Jahre an ein Label gebunden. Solche Verträge, die jüngeren Künstlern aufgedrängt würden, verstießen gegen die Chancengleichheit von Vertragspartnern, machte die Recording Artists Coalition geltend. Der vor zwei Jahren auf Initiative von Don Henley, des Ex-Sängers und Drummers der Eagles, gegründeten Vereinigung gehören nach eigenen Angaben 125 Pop- und Rockmusiker an.

Zu den Gegenspielern gehören neben dem deutschen Bertelsmann- Konzern Entertainment-Giganten wie Sony Music, EMI, Vivendi und AOL Time Warner. Die Plattenfirmen bräuchten finanzielle Spielräume, um in neue Künstler zu investieren, hieß es in einem Schreiben der Musikkonzerne. (APA/dpa)

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