Zwist um Drucker-Kollektivverträge

25. Jänner 2002, 11:17
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KV-Angebot "desaströs"- Drucker empört, wollen "hart bleiben"- Verband Druck und Medientechnik verweist auf Inflationsprognose

Zwischen dem Verband Druck und Medientechnik und den Druckern droht ein ernster Konflikt. In der ersten Runde der Lohnverhandlungen für das Grafische Gewerbe wurde am Montag ein Angebot von 1,9 Prozent Erhöhung auf den Kollektivvertrag vorgelegt, aber ohne so genannte Parallelverschiebung. Das würde nach Ansicht der Gewerkschaft für 86 Prozent der Beschäftigten überhaupt keine Erhöhung bringen. Die Gespräche wurden abgebrochen, wegen "Informationsveranstaltungen" erschienen gestern, Donnerstag, einige Zeitungen verspätet. Nächste Maßnahmen werden von den Druckern bereits geplant.

"Die Situation ist ernst, die Drucker sind empört. Das Angebot der Unternehmer ist desaströs", erläuterte Gerhard Hennerbichler, Pressesprecher der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier. In den ersten "ziemlich flächendeckenden" Betriebsversammlungen Donnerstagnachmittag wurde die jeweilige Belegschaft informiert, dadurch kamen die Zeitungen mit unterschiedlicher Verspätung auf den Markt, in Wien waren es etwa zwei Stunden.

Wie wird es weitergehen? Hennerbichler: "Wir haben unsere Forderung von mindestens drei Prozent noch gar nicht vorgelegt, weil das Angebot der anderen Seite so inakzeptabel war. Unter der Inflationsrate von 2,7 Prozent brauchen wir gar nicht zu reden".

Hans Inmann, Geschäftsführer des Verbands Druck und Medientechnik, verwies darauf, dass das Angebot von 1,9 Prozent "der Inflationsprognose des heurigen Jahres entspricht - sogar dem höheren Wert".

Am kommenden Montag gibt es Betriebsrätekonferenzen in ganz Österreich - allerdings ohne Auswirkung auf die Druckerzeugnisse. "Wie es weiter geht, wissen wir noch nicht. Wir legen unsere Forderung vor, wenn Verhandlungsbereitschaft besteht und ein vernünftiges Angebot kommt. Aber uns ist es ernst, wir werden hart bleiben". Das Wort Streik wird explizit noch nicht in den Mund genommen, der Weg geht aber in diese Richtung. (APA)

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