Amnesty kritisiert Situation von Frauen in Russland

25. Jänner 2002, 06:50
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Übergriffe werden nicht verfolgt

Bonn - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat Russland vorgeworfen, beim Schutz der Menschenrechte von Frauen zu versagen. "Der russischen Regierung ist es nicht gelungen, die Menschenrechte von Frauen und Mädchen zu schützen und den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen," kritisierte amnesty am Donnerstag in Bonn.

Nach Darstellung der Organisation mangelt es in Russland an strafrechtlicher Verfolgung von Übergriffen gegen Frauen und Mädchen. Straflosigkeit für die Täter sei ein wiederkehrendes Muster in vielen Zeugenaussagen, die amnesty international vorlägen. In Tschetschenien seien Frauen im Zuge des bewaffneten Konflikts einer "erschreckenden Bandbreite von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt", erklärte amnesty weiter. Auch würden in allen Teilen der Russischen Föderation Frauen und Mädchen in Polizeigewahrsam häufig misshandelt. Ein weiteres dringendes Problem seien die Haftbedingungen: "Die Zustände in Untersuchungsgefängnissen und Strafkolonien sind unvorstellbar und erinnern an die Stalinzeit", rügt amnesty. (APA)

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