Washington hält Verwicklung Arafats in Waffenschmuggel für erwiesen

25. Jänner 2002, 09:08
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Hamas-Führer getötet - USA signalisieren Verständnis für Israel

Jerusalem/Washington - Die USA sehen es als erwiesen an, dass die palästinensische Autonomiebehörde von Yasser Arafat am versuchten Schmuggel von 50 Tonnen Waffen beteiligt war. Wie aus Regierungskreisen verlautete, hat Präsident George W. Bush den Führern Saudiarabiens, Ägyptens und Jordaniens die Beweise in der vergangenen Woche schriftlich zukommen lassen. Die mit Waffen beladene "Karine A" war Anfang Jänner von der israelischen Marine im Roten Meer aufgebracht worden.

Am (heutigen) Freitag soll der US-Nahostexperte William Burns den Botschaftern der arabischen Staaten in Washington weitere Informationen über den Waffenschmuggel vorlegen. Zudem werde er den Standpunkt der USA deutlich hervorheben, dass Arafat den Terrorismus entschiedener bekämpfen müsse. Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, forderte im Namen Bushs, Arafat müsse den Terrorismus ausmerzen. Dieser stelle nicht nur eine Gefahr für Israel dar, sondern auch für Arafat selbst.

Bei einem Feuergefecht im Süden des Gazastreifens waren am Donnerstagabend zwei Palästinenser getötet worden. Wie der israelische Rundfunk berichtete, hätten die bewaffneten Männer versucht, in die jüdische Siedlung Katif einzudringen. Nach einem kurzen Feuergefecht seien sie von einer israelischen Panzergranate getroffen und getötet worden. Bereits zuvor war bei einem Angriff israelischer Kampfhubschrauber ein Führungsmitglied der Hamas-Bewegung getötet worden. Dabei handle es sich um den 27 Jahre alten Adel Baker Hamdan, den Kommandanten des militärischen Flügels der radikal-islamischen Hamas in Khan Younis, meldete Radio Israel.

Wie es weiter hieß, hätten zwei Kampfhubschrauber das Auto des Hamas-Führers in Khan Younis im südlichen Gazastreifen mit Raketen beschossen. Zwei weitere Insassen seien verletzt worden, darunter der Sohn von Scheich Nimer Hamdan, einem der geistigen Führer der Hamas. Ein Militärsprecher sprach von einer "Sicherheitsoperation", Hamdan habe für die nahe Zukunft einen groß angelegten Terroranschlag vorbereitet.

Unterdessen hat die US-Regierung indirekt Verständnis für den von Israel gegen Palästinenserpräsident Arafat faktisch verhängten Hausarrest geäußert. Auf Fragen nach der Washingtoner Reaktion auf die Blockade des Arafat-Hauptquartiers in Ramallah antwortete US- Außenamtssprecher Richard Boucher am Donnerstag: "Ich würde sagen, wir verstehen Israels Notwendigkeit, Schritte zur eigenen Sicherheit zu unternehmen." Insgesamt vermied die US-Regierung jedoch eine direkte Stellungnahme in dieser Frage.

Wie der israelische Rundfunk am Donnerstagabend berichtete, wird der israelische Premier Ariel Sharon am 7. Februar nach Washington reisen. Sharon habe eine entsprechende Einladung von Präsident George W. Bush angenommen. (APA)

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