Annan in Kabul: Nachbarstaaten sollen sich nicht in Afghanistan einmischen

25. Jänner 2002, 14:11
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UNO-Generalsekretär: Fehler dürfen sich nicht wiederholen - Karsai stellt Komitee zu Einberufung von "Loya Jirga" vor

Kabul - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Nachbarstaaten Afghanistans aufgefordert, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Die Fehler der Vergangenheit dürften sich nicht wiederholen, sagte Annan am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem afghanischen Interims-Regierungschef Hamid Karsai in Kabul. Der UNO-Generalsekretär rief zu gemeinsamen Anstrengungen zum Wiederaufbau des von mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg zerstörten Landes auf. Die meisten afghanischen Nachbarn hätten bereits ihre Hilfe beim Wiederaufbau zugesagt.

Annan ist der erste UNO-Generalsekretär seit 1959, der Afghanistan einen Besuch abstattet. Sein Aufenthalt wird von anhaltenden ethnischen Spannungen im Land überschattet. Annan sollte noch am Freitag in den Iran weiterreisen.

Karsai verlas in Kabul die Namen der 21 Mitglieder eines Komitees, das nach den Beschlüssen der Petersberger Afghanistan-Konferenz eine große Ratsversammlung zur Bildung einer Übergangsregierung einberufen soll. Karsai bezeichnete die Berufung der Kommission als "wichtigste Aufgabe" für seine Interimsregierung und die Vereinten Nationen. Annan betonte, es sei nicht einfach gewesen, die 21 Mitglieder aus insgesamt 300 Anwärtern auszuwählen. Als Anforderungen an die Gruppe nannte Annan deren Unabhängigkeit und das landesweite Ansehen ihrer Mitglieder. Das Komitee, in dem auch mindestens eine Frau vertreten ist, soll die traditionelle "Loya Jirga" einberufen. Diese große Ratsversammlung ernennt dann eine Übergangsregierung für weitere 18 Monate. Die jetzige Interimsregierung ist nur noch für fünf Monate im Amt. (APA)

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