Das Great Barrier Riff erstickt im Gift

26. Jänner 2002, 18:41
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Die 26 Flusssysteme von Queensland ergießen einmal pro Jahr Herbizide, Sedimente und Pestizide auf das Riff

Brisbane - Umweltgifte bedrohen die australischen Küstengewässer in der Nähe des Great Barrier Riffs. In den vergangenen 15 Jahren habe sich die Belastung der Flutwässer und Abwasserfahnen, die auf das Riff geschwemmt würden, vervierfacht, heißt es in einer Studie der Great Barrier Riff Meerespark-Behörde (GBRMPA).

Von den etwa 750 küstennahen Riffen des Gebietes stufte der Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, 200 als stark gefährdet und 400 als bedroht ein. "Die Verschmutzung der Flutwässer stellt inzwischen eine Bedrohung des Meeresparks Great Barrier Riff dar", sagte Sheriden Morris, eine Mitarbeiter der Behörde.

Belastungen aus der Landwirtschaft

Der über zehn Jahre dauernden Untersuchung zufolge ergießen sich die mit Herbiziden, Sedimenten und Pestiziden belasteten 26 Flusssysteme des Staats Queensland etwa einmal pro Jahr auf das Riff. Ein Großteil der Schadstoffe stammt dabei nach Angaben des World Wildlife Funds (WWF) von landwirtschaftlichen Betrieben. Besonders Zuckerrohrplantagen und Gartenbaubetriebe seien für die hohe Düngerkonzentration verantwortlich.

Das 2.000 Kilometer lange Great Barrier Riff an der Ostküste Australiens ist der größte Insel- und Korallenkomplex der Welt. Das artenreiche fragile Ökosystem, das von der UN zum Weltkulturerbe erklärt wurde, besteht aus mehr als 2.600 einzelnen Riffen und 300 Inseln. (APA/AP)

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