Raubkunst-Matisse bleibt in Houston

24. Jänner 2002, 21:22
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"La Riviere aux Aloes" beschlagnahmten die Nazis 1940 in Paris

Houston - Ein von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg in Paris geraubtes Gemälde von Henri Matisse wird im Kunstmuseum der Menil Collection von Houston bleiben. Darauf hätten sich Erben des französischen Kunsthändlers Alphonse Kann und die Menil Collection nach langwierigen Verhandlungen geeinigt, berichtete am Donnerstag die Zeitung "Houston Chronicle". Über die Details der Einigung schweigen sich die beteiligten Seiten aus.

Matisse hatte das Werk "La Riviere aux Aloes", eine Landschaft in Öl, 1907 gemalt. Das Gemälde hing seit 1993 in dem Kunstmuseum. Die Klärung der Rechte an dem Gemälde wird nach dem Bericht in Kunstkreisen "als ein wichtiges Kapitel im dem Bestreben gewertet, die von den Nazis geplünderten Kunstwerke an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben".

Bei der Besetzung Frankreichs hatten die Deutschen im Jahr 1940 mehr als 1.000 Kunstobjekte des Pariser Händlers Alphonse Kann beschlagnahmt. Das Ölgemälde von Matisse tauchte 1946 in Paris wieder auf, als es von einem New Yorker Makler gekauft wurde. 1950 wurde es an John und Dominique Menil weiterverkauft. 1997 gründeten die Erben des Kunsthändlers Kann die so genannte Kann Association und begannen, nach den damals entwendeten Werken zu fahnden. (APA/dpa)

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