Senkung der Biersteuer gefordert

24. Jänner 2002, 20:31
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Bierpreise 2002 sind trotz Kostendruck stabil

Wien/Linz - "Verständnis" habe der Finanzminister bereits gezeigt, von einem Entgegenkommen ist aber seit Jahren keine Spur. Trotzdem lässt sich die Brau Union nicht entmutigen und fordert - so wie andere Brauunternehmen auch - wieder einmal die Angleichung der heimischen Biersteuer auf das deutsche Niveau. In Österreich kassiere der Fiskus 1,6-mal mehr als in Deutschland (siehe Grafik unten) - das ist ein eklatanter Wettbewerbsnachteil, der nun in Zeiten des Euro augenscheinlich wurde, monierten die Vorstände der größten heimischen Biergruppe Brau Union, Markus Liebl und Johann Sulzberger, unisono.

Hintergrund ist: Der Pro-Kopf-Konsum des Hopfengebräus ist seit Jahren rückläufig - von knapp 109 Litern im Jahr 1999 auf unter 107 Liter im Vorjahr. Sulzberger befürchtet einen weiteren Rückgang auf 100 Liter.

Dies sei ein Trend in allen Ländern Westeuropas, hieß es am Donnerstag beim Jahresrückblick der Brau Union. Der Ausstoß der heimischen Brau- ereien insgesamt ging im Vorjahr deswegen um rund zwei Prozent zurück; die Unternehmen der Brau Union - die Marken wie Schwechater, Gösser, Zipfer, Puntigamer und Wieselburger abfüllen - mussten einen Mengenrückgang von 0,7 Prozent hinnehmen. Nach vorläufigen Zahlen erhöhte sich zwar der Jahresumsatz von 563 auf 572 Mio. EURO (7,87 Mrd. S), dies habe aber teilweise mit der Umstrukturierung des Konzerns im Vorjahr zu tun.

Gleichzeitig stiegen die Kosten, berichtet der zuständige Vorstand Dieter Pelz. Bei den Rohstoffen - Gerste, Malz, Hopfen - habe man teilweise Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent verkraften müssen, denn "die Märkte sind wegen der Nachfrage - beispielsweise aus China - wie leer gefegt". Das Bierpreisniveau werde aber heuer nicht steigen, sagt Sulzberger, "das könnten wir nicht durchbringen, das wäre im ersten Jahr der Euroeinführung auch nicht sinnvoll."

Die Kosten müssten intern abgefangen werden, so Pelz, unter anderem mit einer Vertiefung der bestehenden Einkaufskooperation mit der deutschen Oetker-Gruppe, in deren Besitz die Brauerei Binding ist. (szem, Der Standard, Printausgabe, 25.01.02)

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