Duncan verweigert Aussage im US-Kongress

24. Jänner 2002, 18:31
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Schwere Vorwürfe gegen den Wirtschaftsprüfer von Handelsausschuss des Repräsentantenhauses

Houston - Der gefeuerte Wirtschaftsprüfer David Duncan hat am Donnerstag bei einer Anhörung im US-Kongress erwartungsgemäß die Aussage verweigert. Der frühere Angestellte der Wirtschaftsprüfungsfirma Arthur Andersen soll die Order zur Vernichtung zahlreicher Dokumente gegeben haben, nachdem die Börsenaufsicht eine Untersuchung der Geschäfte von Enron angekündigt hatte. Enron hatte am 2. Dezember inmitten von Vorwürfen über falsche Bilanzen Gläubigerschutz beantragt und ist in die größte Firmenpleite der US-Wirtschaftsgeschichte verwickelt.

"Enron hat die Bank ausgeraubt, Andersen fuhr das Fluchtauto und Sie saßen am Steuer", sagte einer der Vorsitzenden des Energie- und Handelsausschusses des Repräsentantenhauses, Jim Greenwood zu Duncan. Der Wirtschaftsprüfer sagte dazu nichts unter Hinweis auf sein Recht zur Aussageverweigerung.

Zwei Topmanager von Andersen belasteten Duncan am Donnerstag schwer. Er habe das Schreddern der Dokumente ohne Rücksprache mit anderen Mitarbeitern angeordnet, hieß es in einer Stellungnahme der Manager C.E. Andrew und Dorsey Baskin. Andersen entließ Duncan Mitte Januar. Enron seinerseits entließ die Wirtschaftsprüfer. Andersen steht am Pranger, weil es die Buchführung von Enron jahrelang geprüft und abgehakt hatte. Enron soll in dubiosen Partnerunternehmen Schulden in dreistelliger Millionenhöhe versteckt und so aus der eigenen Bilanz herausgehalten haben. (APA)

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