US-Forscher prüfen mögliche Alternative zu embryonalen Stammzellen

24. Jänner 2002, 18:28
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Versuch der Neuprogrammierung von adulten Stammzellen zu Nervenzellen gelungen

New York - US-Forscher prüfen, ob sich eine bestimmte Gruppe von Stammzellen aus dem Knochenmark ähnlich vielversprechend einsetzen lässt wie embryonale Stammzellen. Ein führender Stammzellexperte, John Gearhart von der Johns Hopkins Universität in Baltimore, sagte am Donnerstag, dass mehrere US-Laboratorien seit Jahren mit so genannten multipotenten adulten Vorläuferzellen (MAPC) von Mäusen und Ratten arbeiten. In einem dieser Experimente sei es gelungen, die adulten Stammzellen zu Nervenzellen neu zu programmieren.

MAPC-Zelllinien

Die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist" (Nr. 2327) berichtet in ihrer kommenden Ausgabe von den Versuchen eines Teams um Catherine Verfaillie an der Universität von Minnesota in Minneapolis. Sie kultiviere mehrere MAPC-Zelllinien bereits seit zwei Jahren, heißt es in dem Beitrag. Alle anderen bisher untersuchten adulten Stammzelltypen haben nur eine begrenzte Lebensdauer, während sich embryonale Stammzellen nahezu endlos teilen. Das Team um Verfaillie hofft, einmal beweisen zu können, dass sich MAPCs zu einer Reihe anderer Gewebetypen, Muskeln, Knorpel und Knochen reprogrammieren lassen.

Bisher keine unabhängige Überprüfung der Ergebnisse

Bisher hat keines der US-Labors seine Arbeiten mit diesem Stammzelltyp in einem Fachjournal zu veröffentlichen versucht. Das heißt, es hat bisher auch keine unabhängige Überprüfung ihrer Ergebnisse durch Expertenkollegen gegeben. Der Bericht in der Zeitschrift "New Scientist" stützt sich auf Beschreibungen von Verfaillie und Kollegen für Patentanträge. Patente können laut Johns Hopkins Universität auch ohne der von Fachjournalen verlangten Überprüfung gewährt werden. Nach Einschätzung der Stammzellenforscher an der Johns Hopkins Universität ist es derzeit noch zu früh, konkrete Erwartungen an MAPCs zu knüpfen.(APA/dpa)

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