Peres: Aufbau einer Infrastruktur für Palästinenser geht weiter

24. Jänner 2002, 16:48
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Hilfe der EU dabei willkommen - Treffen mit holländischem Premier Kok

Den Haag - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat in Den Haag versichert, dass trotz des derzeitigen Konflikts im Nahen Osten der Aufbau einer Infrastruktur für die palästinensische Bevölkerung fortgesetzt werde. Dabei sei auch Hilfe von der Europäischen Union willkommen, erläuterte er am Donnerstag nach einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Wim Kok. Israel wolle weder Yasser Arafat noch die Palästinenserbehörde vernichten, so Peres.

"Wir erwarten aber, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden. Man kann nicht zulassen, dass verschiedene Gruppen in verschiedene Richtungen schießen", erläuterte der Minister. Israel kämpfe nicht gegen die palästinensische Bevölkerung, sondern gegen den Terrorismus. Auf Drohungen der Hamas mit uneingeschränktem Krieg gegen Israel sagte er lediglich: "Wir werden das nicht zulassen".

Peres: "Krieg ist Krieg"

Die Zerstörung europäischer Hilfsgüter für den Bau des Hafens in Gaza erklärte Peres mit Hinweis auf einen Hinterhalt durch Terrorgruppen. "Die Güter waren in Containern verpackt, und unsere Soldaten wurden aus dem Hinterhalt von den Containern aus beschossen", sagte er. Darauf hätten die Soldaten zurückgeschossen. "Krieg ist Krieg", fügte er hinzu.

Peres wies Vorwürfe aus Libanon zurück, dass Israel in die Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministers Elie Hobeika durch eine Autobombe am Donnerstag in Beirut verwickelt sei. "Wir haben uns doch nicht von libanesischem Boden zurückgezogen, um uns jetzt in die libanesische Politik einzumischen", meinte er.(APA/dpa)

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