Nach Greenspan-Rede keine weitere Zinssenkung erwartet

25. Jänner 2002, 13:49
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Für RZB- und Erste Bank-Experten ist Rezession praktisch beendet

Wien - "Die Rezession - insbesondere im Industriebereich - sehen wir praktisch als beendet an", meint RZB-Volkswirtschafts- und Finanzmarktexperte Valentin Hofstätter in einer Reaktion auf die gestrige etwas positivere Konjunktureinschätzung des Präsidenten der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan. Hofstätter geht unabhängig von einer etwaigen letzten Zinssenkung am Mittwoch davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten eine weitere kräftige Verbesserung der Frühindikatoren und der Wirtschaftsaktivität eintritt.

Die Verlangsamung des Lagerabbaus sollte bereits im aktuellen Quartal zu einem deutlichen Wachstum des BIP führen von rund 2 Prozent und im zweiten Quartal sogar noch zu einer Beschleunigung des Wachstums führen, so Hofstätter. Für die Anleihenrenditen in den USA erwartet der RZB-Experte in diesem sich verbessernden Konjunkturumfeld daher weitere Anstiege, Anleihen mit langer Laufzeit blieben somit ein Verkauf.

Renditen um etwa zehn Punkte gestiegen

Heimische Analysten erwarten nach der gestrigen Rede von Fed-Chef Alan Greenspan für nächsten Mittwoch keine Zinssenkung der US-Notenbank mehr. "Nach dieser doch etwas positiveren Konjunktureinschätzung von Greenspan - und angesichts der weiteren Verbesserung der Frühindikatoren auch in dieser Woche - preist der Markt keine Zinssenkung mehr ein", so Hofstätter.

Auch die Erste Bank-Expertin Anne Benoit stellt fest: "Obwohl Greenspan die Tür für eine weitere geldpolitische Lockerung weiterhin offen ließ, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der nächsten Fed-Sitzung am 30. Jänner geringer geworden." Die Marktteilnehmer hätten ihre Zinssenkungserwartungen revidiert, vor allem die kurzfristigen Renditen seien um etwa 10 Prozentpunkte angestiegen. Insgesamt sei Greenspan vorsichtig gewesen und schien dadurch verhindern zu wollen, dass sich die Marktteilnehmer einen raschen Anstieg der Leitzinsen im Laufe des Jahres erwarten, führt Benoit aus. (APA)

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