Analysten nehmen SAP-Ergebnisse wohlwollend auf

24. Jänner 2002, 17:51
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Goldman Sachs und Lehman Brothers erhöhen Gewinnprognosen

Wien/Frankfurt - Wohlwollend haben sich internationale Aktienanalysten am Donnerstag zu den am Mittwoch vorgelegten Jahresergebnissen der deutschen Softwareschmiede SAP geäußert. Der Walldorfer Softwarekonzern hat wie berichtet im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um 17 Prozent auf 7,34 Mrd. Euro gesteigert und will diesen Trend bei verbesserter Marge 2002 fortsetzen. Das operative Ergebnis ohne Berücksichtigung von Sondereffekten ist um acht Prozent auf 613 Mill. Euro zurückgegangen.

Einmal mehr habe SAP damit starke Zahlen in einem schwierigen Umfeld vorgelegt, so der Grundtenor der Analysten. Während Goldmans Sachs und Lehman Brothers ihre Gewinnprognosen für SAP erhöht und ihre Kaufempfehlungen bestätigt haben, sehen Hornblower Fischer das Papier nur als "market performer".

Lehman Brothers: "Strong buy" bestätigt

Klar positiv haben die Experten von Goldman Sachs die SAP-Zahlen kommentiert. Das Investmenthaus hat laut einer Analyse von Donnerstag seine Gewinnprognosen für das Softwarehaus von 2,71 auf 3,50 Euro im Jahr 2002 deutlich erhöht. Für 2003 erwartet Goldman Sachs einen Gewinn von 4,25 Euro je Aktie. Das Kursziel wurde auf 200 Euro erhöht und die Aktie auf der Empfehlungsliste der Investmentbank belassen.

Die Analysten von Lehman Brothers haben ihre Bestnote "strong buy" für SAP und ihr Kursziel von 185 Euro bestätigt. Die präsentierten Quartalszahlen würden in einem schwierigen Umfeld Stärke in allen Geschäftsregionen zeigen, heißt es in einer am Donnerstag vorgelegten Analyse des Instituts. Im Bereich CRM-Software (Vertriebsunterstützung) habe der Softwarekonzern den Abstand zum US-Softwarehaus Siebel aufgeholt.

Lehman Brohters hat seine Gewinnschätzungen für 2002 von 3,41 auf 3,50 Euro je Aktie erhöht, die Prognose für das Folgejahr wurde von 4,04 auf 4,13 Euro angehoben. Das erste Halbjahr 2002 dürfte jedoch bis zu einer signifikanten Besserung der Marktbedingungen noch schwach verlaufen. Lehman Brothers sehen die Aktie kurzfristig in einer Handelsspanne von 150 bis 170 Euro, zu diesen tieferen Kursniveaus rät das Investmenthaus zu einem Einstieg.

Hornblower Fischer: Ergebnisse über Markterwartungen

Für die Experten von Hornblower Fischer lagen die vorgelegten Ergebnisse bereinigt um Sondereffekte aus Akquisitionen leicht über den Markterwartungen. Das Frankfurter Wertpapierhaus sieht SAP laut einem Kommentar von Donnerstag "weiter auf gutem Weg im Bereich Business Software die führende Marktstellung auszubauen". Für 2002 erwarten die Analysten einen Gewinn von 3,13 Euro je Aktie vor Sondereffekten und von 4,13 Euro für 2003. Dennoch ist die SAP-Aktie für Hornblower Fischer auf dem gegenwärtigen Niveau fair bewertet. Das Investmenthaus stuft das Papier als "market performer" ein und rät Kursrückschläge für Zukäufe zu nutzen.

An der Frankfurter Börse notierten SAP gegen 15:30 Uhr 2,2 Prozent höher bei 168,65 Euro. Bereits am Mittwoch wurden die Ergebnisse mit kräftigen Aufschlägen von der Börse honoriert. Die Aktie schloss am Mittwoch 5,8 Prozent höher bei 165,00 Euro. (APA)

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