Einkaufspool mit Oetker/Binding wird vertieft

24. Jänner 2002, 20:30
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Gemeinsame Beschaffung wird ausgedehnt, ab 2003 auch Rohstoffe und Strombezug - 2001: Umsatz höher, Absatz nicht

Wien - Um Kosten beim Einkauf zu sparen und Preiserhöhungen abzufedern, bündelt der BBAG/Brau Union-Konzern nicht nur innerhalb der eigenen Gruppe die Beschaffung. Der weltweiten Konzentration bei Material- und Rohstofflieferanten soll auch mit internationalen Partnern eine "Einkaufmacht" entgegen gestellt werden. Im Inland startet die Brau Union Österreich Mitte März 2002 ihren Online-Bierverkauf für Wirte und kleinere Händler.

Seit acht Jahren arbeite man bereits mit der deutschen Oetker-Gruppe (Binding) im Materialeinkauf (z.B. Verpackungen) zusammen. Ab 2003 will man mit der Oetker-Gruppe den Rohstoffeinkauf für die Bierherstellung poolen, kündigte der Vorstand der Brau Union Österreich AG unter Vorsitz von Markus Liebl am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz an. Ein nächster Schritt wäre der Strombezug, wo man gemeinsam verhandeln wolle.

Nicht an gesellschaftsrechtliche Einkaufsverflechtungen gedacht

Der Oetker-Konzern betreibt eine eigene Einkaufsgesellschaft ("Sparrenberg"), deren Einkaufsvolumen auf rund 1 Mrd. Euro geschätzt wird. Laut Dieter Pelz, Logistik-Vorstand der Brau Union Österreich, ist nicht an gesellschaftsrechtliche Einkaufsverflechtungen gedacht. Man arbeite mit Verträgen. Oetker ist an der BBAG-Mutter Schwechater mit 26 Prozent beteiligt. Pelz will aber auch mit anderen Unternehmen aus der Getränkeindustrie bei der Beschaffung kooperieren.

Mitte März 2002 startet die Brau Union Österreich - die operative Biertochter der börsenotierten Brau Union AG - ihren Internet-Bierverkauf. Wirte und "Kleinformen des Handels" können mit Sofort-Zugriff auf die gesamte Angebotspalette der Brau Union rund um die Uhr Getränke ordern. Liebl erwartet, dass innerhalb von 3 Jahren 5 Prozent des Biervolumens seines Hauses online bestellt wird.

Umsatz höher, Absatz nicht

Im Handel ging der Marktanteil der Brau Union Österreich 2001 von 57,4 auf 56,8 Prozent zurück, auch weil eine Bierpreiserhöhung im April zu "Irritationen" bei Handel und Konsumenten geführt habe. Sulzberger: "Kein Verlust, sondern eine Leihgabe an den Markt, die wir uns wieder holen werden". Im September dann hatten die Terroranschläge in den USA den österreichischen Bierverkauf getroffen. Mit einem Minus von 15 Prozent wurde der stärkste Absatzrückgang eines Monats in 30 Jahren verbucht.

Im Umsatz legte die Brau Union Österreich 2001 bei "leicht verbesserten, wieder zufriedenstellenden Ergebnissen" um 1,5 Prozent auf 572 Mill. Euro (7,87 Mrd. S) zu. Dabei stiegen die Getränkeerlöse im Inland um 1,9 Prozent auf 524 Mill. Euro. Die Bierumsätze im Inland stiegen von 463 auf 470 Mill. Euro. Bei den sonstigen Getränken gab es ein Plus um 4,9 Prozent. Der Getränkeverkauf belief sich insgesamt auf 5,7 Mill. hl.

(APA)

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