Wiener Stadtschulrats- Präsidentin drängt auf Oberstufenreform

24. Jänner 2002, 14:06
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Brandsteidl: "Es ist Zeit, Klartext zu sprechen und die Reform zu starten"

Wien (APA) - Auf eine rasche Umsetzung der angekündigten AHS-Oberstufenreform drängt die amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrats, Susanne Brandsteidl (S). Zwar sei es positiv, dass immer mehr Bildungspolitiker die Notwendigkeit der Reform erkennen würden. "Nur: Wir sollten es nicht bei reiner Ankündigungspolitik belassen. Es ist Zeit, Klartext zu sprechen und die Reform zu starten", betonte Brandsteidl in einer Aussendung.

Als wesentliches Ziel einer Oberstufenreform nannte Brandsteidl die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Schüler. Die AHS müsse besser als bisher auf die Studienbedingungen an den Universitäten bzw. die Arbeitsbedingungen in der Wirtschaft vorbereiten. Dafür müssten verkrustete Strukturen aufgebrochen und neue Schwerpunkte gesetzt werden. So führe an einer verpflichtenden Bildungs- und Berufsorientierung kein Weg vorbei, meinte die Stadtschulrats-Chefin.

Als wichtige Elemente einer Reform nannte Brandsteidl die Förderung selbstständigen Arbeitens, Projektarbeit, individuelle Schwerpunktsetzung sowie Teamorientierung. Nötig wäre auch ein "stärkerer Methodenmix als bisher". Es mache keinen Sinn, 18-Jährige genauso zu behandeln und zu unterrichten wie Zehnjährige. Weiters müsse der Einsatz neuer Technologien im Unterricht gefördert und Bilingualität zu einer Selbstverständlichkeit werden. Stärken will Brandsteidl die Mitbestimmung in der Schule: Die Jugendlichen müssten zu mündigen Bürgern erzogen werden: "Mündigkeit hängt aber auch davon ab, dass wir den Jugendlichen vertrauen und ihnen Selbstständigkeit zugestehen". (APA)

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