EU-Versicherungsmarkt im Wandel

24. Jänner 2002, 14:01
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Pensionsfonds gewinnen an Bedeutung - Boom bei Lebensversicherungen

Luxemburg - Der EU-Versicherungssektor zählte 1999 in Summe 3.903 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 760 Mrd. Euro (10.458 Mrd. S). Verglichen mit 1996 ging die Zahl der Versicherungsunternehmen um 8,4 Prozent zurück, während sich der Gesamtumsatz um rund ein Drittel erhöhte. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Branchenbericht des EU-Statistikamts Eurostat hervor.

Den EU-weit stärksten Rückgang verzeichnete Großbritannien mit minus 23,7 Prozent, während Irland mit plus 20,8 Prozent den stärksten Zuwachs hatte. In Österreich waren 1999 insgesamt 59 Versicherungsgesellschaften tätig, das waren um 10,6 Prozent weniger als 1996.

Grund für Rückgang: Trend zur Konsolidierung

Als Grund für die insgesamt rückläufige Zahl der Versicherer nennt Eurostat den in Europa vorherrschenden Trend zur Konsolidierung. Darüber hinaus gebe es jedoch unterschiedliche Entwicklungen in den jeweiligen Versicherungssparten. Während die Zahl der Nichtlebensversicherer von 1996 bis 1999 um 15,3 Prozent zurückging, blieb die Zahl der Lebensversicherer wegen des wachsenden Lebensversicherungsmarkts in etwa stabil (plus 0,6 Prozent).

In den vergangenen Jahren konnte die Sparte Lebensversicherung im Vergleich zur Sparte Nichtlebensversicherung wesentlich stärker wachsen, hat Eurostat festgestellt. Während das Prämienvolumen in der Lebensparte von 1996 bis 1999 um fast zwei Drittel (63,5 Prozent) stieg, betrug das Prämienwachstum bei den Nichtlebensversicherungen lediglich 14,7 Prozent.

Für Lebensversicherungen werden in Großbritannien mit durchschnittlich 2.937 Euro die höchsten Pro-Kopf-Prämien eingezahlt. Auf mehr als 1.000 Euro belaufen sich die Prämienaufwendungen in Schweden (1.220), Dänemark (1.242), Frankreich (1.276), den Niederlanden (1.316) und Irland (2.269). Für Österreich liegt dieser Wert nur bei 593 Euro, Österreich rangiert damit nur im unteren EU-Drittel. Am geringsten sind die Ausgaben für Lebensversicherungen in Portugal (365 Euro) und Spanien (426 Euro). Relativ hoch sind die eingezahlten Pro-Kopf-Prämien mit 3.411 Euro im Nicht-EU-Land Schweiz.

Pensionsfonds zur ergänzenden Altersversorgung gewinnen innerhalb der EU weiter an Bedeutung. Laut Eurostat stieg der Zahl der Mitglieder von selbstständigen Pensionsfonds zwischen 1996 und 1999 um 15 Prozent auf insgesamt 21 Millionen. Der Anteil der aktiven Mitglieder von Pensionsfonds an der Erwerbsbevölkerung verharrte jedoch in den meisten Ländern, für die Daten vorliegen, auf einem niedrigen Stand. In Österreich lag er bei 4,9 Prozent. (APA)

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