Handelsüberschuss in Japan schrumpft

25. Jänner 2002, 15:11
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Ursachen: Gesunkenen IT-Exporte und Fabrikauslagerungen - Schärfster prozentualer Rückgang seit 1970

Tokio - Der japanische Überschuss in der Handelsbilanz ist im vergangenen Jahr drastisch auf den tiefsten Stand seit 1983 gefallen. Wie das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte, verringerte sich der Handelsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 38,3 Prozent auf 6,6 Bill. Yen (55,7 Mrd. Euro/766 Mrd. S). Das ist zugleich der schärfste prozentuale Rückgang seit 1970.

Hintergrund sind zum einen die gesunkenen Exporte in Folge des weltweiten Abschwungs im IT-Sektor und der globalen Konjunktur sowie die gestiegenen Importe aus China und anderen Nachbarstaaten in Asien. Als weitere Ursache wird aber auch die verstärkte Verlagerung von Produktionsstätten vieler japanischer Firmen ins Ausland gesehen.

Globale Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert

Das Handelsministerium zeigte sich über die "Aushöhlung" der japanischen Industrie besorgt. Man werde genau untersuchen, welche Auswirkungen die andauernde Verlagerung von Fabriken ins Ausland auf die Wirtschaft des Landes habe, sagte Vize-Handelsminister Katsusada Hirose. Japans globale Wettbewerbsfähigkeit habe sich verschlechtert, wurde Regierungssprecher Yasuo Fukuda zitiert.

Der Überschuss in der Handelsbilanz der zweitgrößten Industrienation der Welt verringerte sich nunmehr im dritten Jahr in Folge. Die Ausfuhren waren erstmals seit zwei Jahren rückläufig und zwar um 5,1 Prozent auf 49 Bill. Yen, während die Einfuhren um 3,6 Prozent auf den Rekord von 42,4 Bill. Yen stiegen und damit im zweiten Jahr hintereinander. Japans Exporte von Halbleitern und anderen elektronischen Komponenten schrumpften dabei um 20,3 Prozent. (APA)

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