Preiswettbewerb in Euro-Zone verschärft sich - Preise dürften sinken

24. Jänner 2002, 12:29
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EZB: Inflationsrate fällt "deutlich unter zwei Prozent"

Frankfurt - Die Euro-Umstellung wird die Verbraucherpreise nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in die Höhe treiben. Langfristig dürften die Preise vielmehr sinken, da die Einführung des neuen Bargeldes den Preiswettbewerb in der Euro-Zone verschärfen werde, erklärte die EZB in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Für 2002 rechnen die Währungshüter demnach damit, dass die Inflationsrate "deutlich unter zwei Prozent" fallen wird.

Die EZB erwarte, dass die Bargeldumstellung kurzfristig "keinen nennenswerten Effekt" auf das durchschnittliche Preisniveau haben werde, heißt es in dem Bericht. Dies sei vor allem auf den starken Wettbewerb im Einzelhandel, die anhaltende Wachsamkeit der Verbraucher und die Zusage der jeweiligen Regierungen zurückzuführen, das Durchschnittsniveau der Verwaltungspreise nicht zu erhöhen. Zugleich betonte die Zentralbank, dass die Einschätzung weiterhin mit Unsicherheiten behaftet sei. Erst in den kommenden Monaten werde sich ein klareres Bild abzeichnen.

"Anekdotische Belege"

Die Währungshüter räumten zwar ein, dass es seit Jahresbeginn "eher anekdotische Belege" für Preiserhöhungen bei bestimmten Produkten gebe, die mit der Euro-Umstellung zusammenhängen könnten. Möglicherweise stellten sie aber einfach "normale" Preisänderungen zum Jahreswechsel dar. Auch künftig könnten weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen werden. Selbst wenn diese im Einzelnen "erheblich" ausfielen, sei nicht damit zu rechnen, dass sie sich in den kommenden Monaten stark auf die gesamte Preisentwicklung auswirken würden.

Die Konjunktur in der Euro-Zone dürfte sich nach Einschätzung der EZB in diesem Jahr wieder erholen. In ihrem Monatsbericht wollten sich die Währungshüter indes nicht auf den Beginn und die Größenordnung des Aufschwungs festlegen. Die jüngsten Zahlen bestärkten die Erwartung einer allmählichen Erholung in diesem Jahr - Zeitpunkt und Ausmaß blieben aber ungewiss, hieß es. (APA)

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