London will britische US-Gefangene vor heimisches Gericht stellen

25. Jänner 2002, 14:08
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USA bestätigen Überstellung von Arabern aus Bosnien nach Kuba

London - London will die auf dem US-Stützpunkt Guantanamo in Kuba gefangen gehaltenen britischen Staatsangehörigen in Großbritannien vor Gericht stellen. Der britische Außenminister Jack Straw bezeichnete es am Mittwoch im Rundfunksender BBC als "bei weitem vorzuziehen", dass die in Afghanistan gefassten Kämpfer mit britischer Staatsangehörigkeit auch vor ein britisches Gericht gestellt würden. London kenne nicht die genauen Haftbedingungen in Guantánamo und stehe weiterhin mit Washington in Diskussionen, sagte Straw weiter. Großbritannien lehnt im Gegensatz zu den USA die Todesstrafe ab. Europaweit stießen die Haftbedingungen in dem karibischen Lager auf Kritik.

Ein Vertreter der US-Botschaft in Sarajevo bestätigte am Donnerstag erstmals, dass sechs mutmaßliche Terroristen aus Bosnien in das Hochsicherheitsgefängnis von Guantanamo gebracht wurden. Das US-Kommando in Europa hatte den Aufenthalt der von der bosnischen Regierung überstellten Algerier bislang geheim gehalten. Der bosnische Oberste Gerichtshof hatte am Donnerstag vergangener Woche mangels Beweisen die Freilassung der Männer angeordnet, die bereits im Oktober festgenommen worden waren. Die Behörden übergaben sie dessen ungeachtet einen Tag später den USA, die den Männern Kontakte zum El Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden unterstellen. (APA)

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