Trotz Handykrise bleibt Nokia über Erwartung

24. Jänner 2002, 20:42
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Nokia-Chef Jorma Ollila erwartet "gesunde Nachfrage"

Helsinki/Wien - Obwohl düstere Prognosen der Investment-Bank Morgan Stanley noch vor wenigen Tagen erwarten ließen, dass die Krise am Handymarkt nunmehr auch Weltmarktführer Nokia ereilt hat, zeigte der finnische Konzern mit der Präsentation seiner Jahresergebnisse am Donnerstag, dass er auch in schwierigen Zeiten souverän unterwegs ist.

Nokia beendete 2001 mit leicht gewachsenem Umsatz, jedoch rückläufigem Gewinn gegenüber dem Vorjahr. Während der Umsatz um drei Prozent auf 31,2 Milliarden Euro (429,3 Mrd. S) stieg, ging das operative Ergebnis von 5,7 Mrd. Euro auf 5,2 Mrd. Euro zurück. Im vierten Viertel des Geschäftsjahres 2001 sank das operative Ergebnis auf 1,59 Mrd. Euro nach 1,73 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Dementsprechend ging auch der Pro-forma-Gewinn pro Aktie von 0,25 Euro im Vorjahrsquartal auf 0,24 Euro zurück. Dies liegt deutlich über den Erwartungen von Analysten, die Reuters zufolge bei 0,20 Euro pro Aktie lagen.

Kursgewinn von acht Prozent

Nokia-Aktien konnten sich nach Bekanntgabe über einen Kursgewinn von acht Prozent freuen. Im Windschatten legten auch die Werte von Konkurrenten wie Motorola und Siemens zu, obwohl diese negative Ergebnisse verzeichneten bzw. Ericsson am Freitag seine Ergebnisse präsentieren wird, wobei Verluste erwartet werden.

Blamiert scheint damit vor allem das Investmenthaus Morgan Stanley, dass mit einer Herabstufung der Nokia-Aktien von "neutral" auf "underperform" noch zu Wochenbeginn für negative Schlagzeilen sorgte, die auch die Vorstellung neuer Luxushandys von Nokia überschattete (siehe nebenstehender Bericht). Nokia erwartet im ersten Quartal 2002 einen geringeren Gewinn, jedoch eine Verbesserung des Gesamtfelds über das Jahr. Nokia-Chef Jorma Ollila rechnet "mit einer gesunden Nachfrage, selbst wenn es nicht in absehbarer Zeit zu einer Konjunkturwende in der Weltwirtschaft kommt", erklärte Ollila gegenüber Reuters. Mit einem Ausbau seiner Barreserven von 2,9 auf 5,1 Mrd. Euro ist der Konzern für Eventualitäten gut gerüstet.

Mit 20 neuen Modellen im heurigen Jahr will Nokia seine Marktführerschaft ausbauen. Marktbeobachter richten besonderes Augenmerk auf den Erfolg von GPRS, einem schnellen Übertragungsmodus im bestehenden GSM-Netz, der eine Zwischenstufe zu UMTS darstellt. Ab Jahresmitte soll ein neues Gerät, das Bilder machen und verschicken kann (Multimedia Messaging Services, MMS), die Nachfrage nach GPRS deutlich erhöhen. (spu, Der Standard, Printausgabe, 25,01.02)

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