EU wird HP-Compaq-Fusion angeblich absegnen

24. Jänner 2002, 15:16
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Ohne Bedingungen - Entscheidung soll bis 31. Jänner fallen

Die Europäische Union wird nach Angaben aus EU-Kreisen voraussichtlich der geplanten Übernahme des US-Computerherstellers Compaq durch Hewlett-Packard (HP) zustimmen. Die Erlaubnis werde zudem ohne Einschränkungen gegeben, hieß es am Donnerstag in Brüssel aus den Kreisen weiter.

Entscheidung am 31. Jänner

Die EU-Wettbewerbsbehörde wird bis 31. Jänner entscheiden, ob sie die Übernahme des US-Computerkonzerns Compaq durch Hewlett-Packard billigt oder weitere vier Monate prüfen wird. Eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti reagierte am Donnerstag in Brüssel nicht auf Spekulationen, wonach die Übernahme mit einem Wert von 25 Mrd. Dollar (28,2 Mrd. Euro/388 Mrd. S) in der kommenden Woche ohne Auflagen "durchgewunken" werden könnte.

Zustimmung der Aktionäre fehlt noch

Für die geplante Übernahme im Volumen von 25 Milliarden Dollar steht aber dennoch die Zustimmung der Aktionäre aus, die im März abstimmen sollen. Die Mitglieder der HP-Gründerfamilien haben ihren Widerstand gegen die größte Fusion der Computerbranche angekündigt.

"Kein Kommentar"

"Kein Kommentar", sagte die Sprecherin. Die bisherige Standardprüfung läuft in Brüssel seit rund drei Wochen. Ein baldiges grünes Licht wäre laut Wettbewerbsbeobachtern ungewöhnlich, da sich Brüssel in der Regel für Firmenehen dieser Größenordnung Zeit für eine vertiefte Prüfung der "Phase zwei" nimmt. Diese müsste spätestens bis Donnerstag eingeleitet werden.

HP kündigte Zusammenarbeit an

Hewlett-Packard-Chefin Carleton "Carly" Fiorina hatte bereits im Herbst vergangenen Jahrs angekündigt, sie wolle mit dem Brüsseler Wettbewerbshütern zusammenarbeiten. Zuvor hatte die EU-Kommission mit dem Veto gegen die Fusion von General Electric und Honeywell erstmals eine rein amerikanische Unternehmensehe verhindert.

HP hatte im September 2001 angekündigt, den Konkurrenten Compaq durch einen Aktientausch im Wert von 25 Mrd. Dollar (28,2 Mrd. Euro/388 Mrd. S) übernehmen zu wollen. Die Transaktion soll nach damaligen Angaben in der ersten Hälfte des laufenden Jahres abgeschlossen werden.(Reuters/APA/dpa)

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