Neue Partei namens "Hoffnung" in Tschechien gegründet

24. Jänner 2002, 09:35
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Bekennt sich zu Prinzipien von Staatspräsident Havel

Prag - In Tschechien hat sich eine neue Partei zu Wort gemeldet - sie heißt "Nadeje" ("Hoffnung"). Ihre zentrale Figur ist Monika Pajerova, die einstige Studentenführerin aus der Zeiten der "sanften Revolution" in Prag im Jahr 1989, als das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammenbrach. Pajerova war später als Sprecherin des tschechischen Außenministeriums tätig.

Wie die tschechischen Zeitungen am heutigen Donnerstag weiters berichteten, präsentiert sich "Nadeje" als eine Partei der Mitte und bekennt sich offen zu den Auffassungen des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel. "Wenn uns jemand vorwirft, dass wir an den Präsidenten Havel gebunden sind, dann sagen wir Ja. Wir lieben ihn alle und wollen ähnliche Prinzipien durchsetzen, wie er", erklärte das Mitglied des Vorbereitungsausschusses von "Nadeje", Slavomil Hubalek.

Havel hat angeblich auch geholfen, den Namen der Partei sowie ihr Logo auszuwählen. Das Logo ist ein gemaltes Herz, das Havel oft seiner Unterschrift hinzufügt. Dieses Herz stilisierte nun die neue Partei auch als das Häkchen, das man in tschechischer Sprache im Wort "Nadeje" über dem ersten Buchstaben "e" schreiben muss. Nach Angaben von Havels Pressesprecher Ladislav Spacek ist jedoch der Staatspräsident mit den Leuten von "Nadeje" in keiner Weise verbunden. "Die Gründung einer neuen Partei ist sicher eine Bereicherung, aber wie die Partei entwickeln wird und welchen Erfolg sie haben wird, hängt nur von ihr selbst ab", sagte Spacek.

Konkurrenz zur Viererkoalition

"Nadeje" wird als eine Konkurrenz zu der so genannten Viererkoalition (4K, ein Bündnis von kleineren Mitte-Rechts- und Rechtsparteien) und besonders zu einem ihrer Bestandteile - der rechtsliberalen Freiheitsunion-Demokratischen Union (US-DEU) betrachtet. Letztere ist von der neuen Partei naturgemäß nicht begeistert. "Es ist nicht gut, die Kräfte zu spalten. Ich habe Pajerova mehrmals angeboten, dass es bei uns Platz für sie und ihre Freunde gibt. Leider wurde das Angebot nicht angenommen", sagte die Chefin der US-DEU, Hana Marvanova.

Pajerova und die Leute aus ihrem Umkreis haben sich in den vergangenen Jahren in Bewegungen engagiert, die gegen den so genannten Oppositionsvertrag kämpften, auf Grund dessen die sozialdemokratische (CSSD) Minderheitsregierung von Ministerpräsident Milos Zeman von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Unterhauschef Vaclav Klaus seit 1998 geduldet wird. "Nadeje" will in allen 14 Wahlkreisen kandidieren und - wie Pajerova erklärte - die bevorstehenden Wahlen (Mai oder Juni 2002) gewinnen. (APA)

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