Schröder will raschere EU-Erweiterung

24. Jänner 2002, 15:36
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Verträge sollen noch heuer unterzeichnet werden - Unterstützung durch dänischen Premier Rasmussen

Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und der neue dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen wollen sich für den EU-Beitritt von zehn Ländern noch in diesem Jahr stark machen. Rasmussen sagte am Mittwoch in Berlin, wenn er die EU-Ratspräsidentschaft im Juli übernehme, werde die Erweiterung oberste Priorität haben. Er hoffe, dass die entsprechenden Verträge auf dem EU-Gipfel im Dezember in Kopenhagen unterzeichnet werden könnten.

Schröder versicherte, er stimme völlig mit Rasmussen überein und sagte ihm Unterstützung zu. Dabei seien die EU-Kandidaten nach ihren eigenen Anstrengungen zu bewerten, wobei es besonders um ökonomische Fragen gehe. Der deutsche Regierungschef und sein dänischer Amtskollege sprachen sich dafür aus, dass sich die EU mit der Frage der Kompetenzen auseinander setzen müsse. Rasmussen habe dabei mit Interesse die in Deutschland diskutierte Idee eines europäischen Kompetenzkatalogs verfolgt, in dem EU- und nationale Kompetenzen festgeschrieben werden sollten. Rasmussen sprach sich für eine stärkere Rolle der Nationalparlamente aus.

Auch die Euro-Einführung, an der sich die Dänen nicht beteiligt haben, sei Thema der gemeinsamen Unterredung gewesen, sagte Schröder. Deutschland habe aber Respekt vor der souveränen Entscheidung Dänemarks, nicht an der Währungsumstellung teilzunehmen. (APA/AP)

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