Sparkurs bei Lebensmitteltests

23. Jänner 2002, 22:20
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Ministerium will Synergien nutzen

Wien - Ausreichend Mitarbeiter, die ohne Einflussnahme durch Produzenten arbeiten: So sehen die Voraussetzungen für effiziente Lebensmittel-und Veterinärkontrollen aus, betont der oberste Personalvertreter in den Untersuchungsanstalten den Bundes, Heinz Schmidt.

Die Methoden der Verfälscher würde "immer subtiler", erläutert der Fachausschussvorsitzende, so brauche es "mehr als nur 0/8-15-Tests", um ihnen auf die Spur zu kommen: "Der Glykolskandal wurde nur deshalb aufgedeckt, weil die Tester im Wein auch nach bis dahin zum Pantschen nicht verwendeten Stoffen suchten", nennt er ein prominentes Beispiel.

Nun jedoch, so Schmidt, sei die Qualität der "Detektivarbeit" in Gefahr: Die als GesmbH konzipierte und somit dem staatlichen Zugriff entzogene Ernährungsagentur werde "mehr als als bisher von privaten Auftraggebern abhängig sein". Diese könnten Aufträge ohne Probleme entziehen, im Fall missliebiger Testergebnisse etwa.

Außerdem werde die GesmbH, die Mitte dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll, finanziell unzureichend ausgestattet sein. Laut der Beraterfirma Auditor sei die Arbeit der Lebensmittelkontrolle 94,4 Millionen Euro (1,3 Milliarden Schilling) pro Jahr wert. Werde diese Summe nicht gewährt, sei mit Folgen wie "Personalabbau" und "Standortauflösungen" zu rechnen.

"Personell wird man ohne Kündigungen durchkommen", widerspricht im Finanzministerium ein Eingeweihter dieser Sicht der Dinge. Er hofft auf "Synergieeffekte" und "Pensionierungen", dann könnten die bis inklusive 2004 vereinbarten 61,77 Millionen Euro Basisförderung jährlich ausreichen.

Insgesamt seien für die Agentur jährlich 78,27 Millionen Euro Ausgaben und 20,06 Millionen Euro Einnahmen eingeplant, weitere 3,63 Millionen Euro würden zur Deckung von Pensionsbeiträgen zufließen: ein "Verhandlungsletztstand", den ÖVP und FPÖ im Landwirtschaftsausschuss am 12. Februar 2002 absegnen würden, "ohne weitere Abänderungen". (Irene Brickner, DER STANDARD Print-Ausgabe 24.1.2002)

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