US-Regieverband stimmte für "A Beautiful Mind"

10. März 2002, 21:42
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Kritik an Fehlen von Antisemitismus, Ehebruch und Homosexualität wird zugleich lauter

Los Angeles - Ron Howard ist für seinen Film "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" von der amerikanischen Gilde der Regisseure als bester Filmdirektor des Jahres geehrt worden. Der Preis gilt als einer der wichtigsten Barometer für die "Oscar"-Verleihung am 24. März. Howard erklärte bei der Preisvergabe am Samstag Abend in Los Angeles, er drücke sich weiterhin selbst die Daumen für einen "Oscar", freue sich aber ganz besonders über die jetzige Auszeichnung.

Zugleich ist der mehrfach nominierte Film in die Kritik geraten: Mehrere Medien warfen den Produzenten am Freitag vor, bei dem Porträt des an Schizophrenie leidenden Mathematikgenies John Forbes Nash dessen angebliche antisemitische Haltung, Ehebruch und homosexuelle Neigungen weggelassen zu haben. Die Produzenten wiesen die Vorwürfe zurück. Die Biografie Nashs sei nicht geschönt worden, die Regie habe sich lediglich auf die wesentlichen Fakten konzentriert, verteidigte sich Studioleiter Stacey Snider.

"A Beautiful Mind" mit dem Australier Russell Crowe in der Hauptrolle ist in acht Kategorien für den Oscar nominiert. Der begehrte Filmpreis wird am 24. März vergeben. (APA/AP)

Seit der ersten Verleihung des Preises der US-Regisseursgilde vor 54 Jahren haben die Ausgezeichneten nur fünf Mal keinen "Oscar" gewonnen. Einer davon war Howard selbst. Der 48-Jährige erhielt den Regisseurspreis 1996 für seinen Film "Apollo 13", der damals gar nicht für einen "Oscar" nominiert war. Dieser ging dann an Mel Gibson für "Braveheart". (APA/AP)

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