Untersuchung zu anti-israelischem Attentat in Argentinien

23. Jänner 2002, 21:51
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Buenos Aires ersucht Schweiz um Rechtshilfe - Verwicklung von Ex-Präsident Menem

Bern - Argentinien hat, wie am Mittwoch bekannt wurde, die Schweiz um Rechtshilfe im Rahmen der Aufklärung des anti-israelischen Attentats von 1994 mit 85 Toten ersucht. Ex-Präsident Carlos Menem wird verdächtigt, über Konten in Genf zehn Millionen Dollar (11,33 Mill. Euro/156 Mill. S) vom Iran erhalten zu haben. Der Iran soll versucht haben, seine mutmaßliche Verantwortung für den blutigen Anschlag auf das jüdische Zentrum in der argentinischen Hauptstadt zu vertuschen. Nach Angaben des argentinischen Untersuchungsrichters Eamon Mullen wurde die angebliche Verbindung zwischen Menem und Teheran von einem ehemaligen iranischen Agenten aufgedeckt.

Das Gesuch traf bereits im vergangenen Dezember in Bern ein und wurde nun an den Kanton Genf weitergeleitet, erklärte der Sprecher des Bundesamtes für Justiz, Folco Galli. Er bestätigte damit die Meldungen argentinischer Medien.

Untersuchungsrichter Mullen möchte wissen, ob der Iran in der Rhonestadt im Namen von Menem oder anderer ihm nahe stehenden Personen Konten im Zusammenhang mit dem Anschlag von 1994 eröffnet hatte. Er möchte Bankunterlagen zu solchen Konten erhalten, erklärte Galli weiter.

Auch Vorwurf der Geldwäscherei

Die Genfer Justiz hatte bereits früher bestätigt, dass sie im Rahmen der Untersuchungen gegen den ehemaligen Präsidenten Konten mit Einlagen in der Höhe von zehn Millionen Dollar eingefroren hatte. Dabei wird Menem Geldwäscherei im Zusammenhang mit einem Waffengeschäft zwischen Ecuador und Kroatien vorgeworfen.

Das erste Konto lautet auf den Namen von Menems Ex-Frau Zulema und denjenigen ihrer Tochter "Zulemita", das zweite auf den Namen einer nicht näher bezeichneten Gesellschaft. Sowohl Menem als auch auch seine ehemalige Gattin stammen von syrischen Einwanderern ab. Menem war zwischen 1989 und 1999 Präsident Argentiniens. (APA/sda)

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