Moral der Briten hängt an direkten Erfolgen

23. Jänner 2002, 20:15
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WM-Sieg ist für Engländer befriedigender als Thronjubiläum ihrer Queen

London - Ein Sieg bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea wäre der britischen Moral dienlicher als das anstehende 50. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. Nur fünf Prozent der Briten glauben laut einer Dienstagabend veröffentlichten Umfrage, dass das königliche Jubiläum die Stim-mung im Land verbessern könnte. Immerhin fünfmal so viele sprachen diese Wirkung einem WM-Sieg des englischen Fußballteams zu. Insgesamt wurden tausend Untertanen der Queen zu diesem Thema befragt.

Medienberichten zufolge fürchtet das Königshaus mitt-lerweile einen gigantischen Flop bei den landesweiten Feiern zum Thronjubiläum. Minister mehrerer Ressorts seien zum Aufspüren möglicher bürokratischer Hindernisse aufgerufen, die die Briten davon abhalten könnten, den goldenen Ehrentag ihrer Monarchin im kommenden Juni öffentlich zu feiern.

Die Sorgen der Briten

Umfragen hätten ergeben, dass die britischen Bürger bis-her kaum an das Jubiläum denken. Experten nennen als momentanen Hauptgrund für dieses Desinteresse: Die Briten haben andere Sorgen als das Wohlergehen der Queen: Seit der Maul- und Klauenseuche ist nicht nur die Landwirtschaft tief in der Krise, sondern auch der Fremdenverkehr.

Nun wurde für umgerechnet mehr als acht Millionen Euro (rund 110 Millionen Schilling) eine Werbeaktion gestartet, die unter dem Motto "UKOK" (will heißen: United Kingdom is Okay) wieder ausländische Besucher auf die Insel locken soll. Der Slogan strahlt nicht nur nächtlich durch Lichtprojektion vom Londoner Tower, er soll überall ergänzend platziert werden, wo es gilt, die Vorzüge Großbritanniens deutlich zu machen. ((AP, kps, DER STANDARD Print-Ausgabe 24.1.2002)

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