Interaktives TV

23. Jänner 2002, 20:11
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"ZiB2"-"Sabotage": RAU über eine Ein-Mann-Bürgerinitiative

Der Begriff "interaktives Fernsehen" bekam neulich an jenem historischen Abend eine neue Bedeutung, als ein Passant am Übertragungswagen des ORF vor dem Innenministerium in Wien vorbeiging und, erbost über die Auspuffgase des Generators, einfach den Zündschlüssel umdrehte. Klick, und die Verkündigung des Ergebnisses des Anti-Tschechien-Volksbegehrens, zu der ein Sektionschef gerade anhub (der Innenminister, der so etwas normalerweise tut, hatte sich verdünnisiert), war abgedreht.

Die Moderatorin Ingrid Turnher musste die Zahlen, die ohnehin schon vorlagen, von der APA-Meldung ablesen (so viel zum Thema Live-Einstieg).

Der Bürger, der dann vom wütenden ORF-Chauffeur in ein Handgemenge verwickelt wurde, war sozusagen eine Ein-Mann-Bürgerinitiative. Hoffentlich finden sich keine Nachahmungstäter, denn die Paranoia einiger Regierungspolitiker, was den ORF betrifft, würde sich ins Unermessliche steigern, falls wieder das Beispiel Schule macht.

Etwa, wenn einer bei der nächsten Knatter-Tirade der Vizekanzlerin im Fernsehen das Kabel abzwickt (er könnte allerdings Notwehrüberschreitung geltend machen). (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.12.2002)

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