Mit einem Hologramm Verhandlungen führen

23. Jänner 2002, 20:00
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Videokonferenzen mit 3-D-Technik

Darmstadt - Die Kommunikation mit einer Person, der man nicht gegenübersitzt, ist nicht immer einfach. Besonders Verhandlungen werden sehr oft dadurch erschwert, dass Mimik und Gestik des Gegenübers nicht sichtbar sind. Im FutureLab, dem in Darmstadt ansässigen Zukunftsinstitut der Deutschen Telekom, experimentiert man deshalb mit den Möglichkeiten, Videokonferenzsysteme mit dreidimensionaler Technik zu verquicken.

In dem Projekt "Virtual Head" wird aus dem Originalbild eines Gesichts mit all seinen Charakteristika ein dreidimensionaler Kopf geschaffen, der dann auf eine 3-D-Figur gesetzt wird. Dieser Avatar hat den Kopf des Kommunikationspartners mit den typischen Merkmalen und Gesten wie Nicken oder Stirnrunzeln. Dargestellt wird der Avatar über ein Hologramm, das eine 3-D-ähnliche Präsenz des Gesprächspartners in einem Raum - vis-à-vis eines Tisches - suggeriert.

"Videokonferenzen könnten so abgehalten werden", erklärt Claus Ludwig vom FutureLab. Eine weitere Vision dahinter: Auf diese Art und Weise könnte in Zukunft ein Kommunikationspartner sein virtuelles Alter Ego durch eine ebenfalls virtuelle Welt lotsen. Oder Experten aus verschiedenen Teilen der Welt könnten noch nicht gebaute Industrieanlagen oder Häuser gemeinsam in einer künstlichen Welt erkunden.

Aufgrund der notwendigen Rechner- und Übertragungsleistung bleiben solche Anwendungen aber noch ein Weilchen Zukunftsmusik. Für das Experiment "Virtual Head" benötigt das FutureLab einen extrem leistungsstarken Rechner der Firma Silicon Graphics, eine Spezialvideokamera sowie ein magnetisches Trackingsystem. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. 1. 2002)

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