Papst Pius XII. versuchte Hitler angeblich "per Fernbedienung" zu exorzieren

25. Jänner 2002, 18:38
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Keine Kritik am Nationalsozialismus - dafür mehrfache "Teufelsaustreibungen auf Distanz" ...

Rom - Papst Pius XII. hat nach Angaben eines prominenten Vatikan-Theologen während des Zweiten Weltkriegs mehrmals versucht, Adolf Hitler vom Teufel zu befreien. Die "Teufelsaustreibungen auf Distanz" seien von zwei engen Mitarbeitern des Papstes unter Eid bezeugt worden, sagte der deutsche Jesuiten-Pater Peter Gumpel am Mittwoch. Die schriftlich festgehaltenen Zeugenaussagen seien jedoch noch unter Verschluss.

In der Vergangenheit hatten italienische Medien wiederholt behauptet, Pius XII. habe erfolglos Teufelsaustreibungen bei Hitler vorgenommen. Diese Berichte waren vom Vatikan bisher nicht bestätigt worden.

Kirchenpolitik?

Es käme zupass, zumal derzeit der Seligsprechungsprozess von Pius XII. läuft. Gumpel, der diesen Prozess forciert, wertet die Exorzismus-Meldungen auch prompt als "einen weiteren Beweis dafür, dass der Papst, der von 1939 bis 1958 an der Spitze der katholischen Kirche stand, ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus gewesen sei". Offenbar verstand er dem jedoch nicht sehr geschickt Ausdruck zu verleihen: Das Verfahren für die Seligsprechung von Pius XII. ist daher von Historikern wiederholt scharf kritisiert worden. Sie werfen dem italienischen Papst vor, den Nationalsozialismus nicht öffentlich verurteilt zu haben.

Der Papst war überzeugt, dass Hitler vom Teufel besessen gewesen sei, sagte Pater Gumpel. Deshalb habe er bei Exorzismus-Ritualen im engsten Kreis versucht, vom Vatikan aus Hitler vom Satan zu befreien. Allerdings: "Normalerweise werden Teufelaustreibungen nur in Anwesenheit des Besessenen durchgeführt", erklärte der Theologe. (APA/red)

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