Kleines Festspielhaus Salzburg: Warnung vor weiteren Verzögerungen

23. Jänner 2002, 21:54
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Architektenteam sieht Saison 2006 gefährdet

Salzburg - Die Festspiele 2006 im neuen "Haus für Mozart" seien gefährdet. Davor warnte am Mittwoch die Planungsgemeinschaft Wimmer Zaic Architekten/Hemm & Valentiny, die im November vergangenen Jahres den Zuschlag für den Umbau des Kleinen Festspielhauses erhalten hatte. Der Grund für die drohende Verzögerung: Architekt Wilhelm Holzbauer, der bei dem europaweiten Auswahlverfahren auf Platz zwei gereiht worden war, hat im Rahmen des beim Bundesvergabeamt laufenden Verfahrens eine Fristverlängerung um zwei Monate beantragt.

Einstweilige Verfügung

Anfang Dezember hatte das Bundesvergabeamt einem Antrag auf einstweilige Verfügung stattgegeben. Der Zuschlag an das Salzburger Architektenteam wurde damit bis 26. Jänner unterbrochen. Vor wenigen Tagen wurde um eine Fristverlängerung bis Ende März 2002 angesucht. "Jegliche Fristverlängerung aber wird dazu führen, dass der geplante Planungs- und Bauablauf nicht mehr eingehalten werden kann.

Scheitern der Festspielsaison im Mozartjahr 2006

Die Festspielsaison im Mozartjahr 2006 im neuen Haus ist dadurch zum Scheitern verurteilt", heißt es in der Aussendung von Robert Wimmerund Michael Zaic. Die Architekten befürchten, dass ein Fertigstellungstermin im Mai 2005 nicht zu halten sei. Es drohe der Ausfall der Festspielsaisonen 2004 und 2005 und damit Umsatzeinbußen von mindestens 7,2 Mill. Euro (98 Mill. S). Vorgesehen ist ein Baubeginn am 1. September 2003. Um diesen Termin einzuhalten, müsste bereits seit zwei Monaten an der Planung gearbeitet werden, heißt es aus dem Büro der Architekten.

Vorgeschichte:

Im Frühjahr dieses Jahres haben sich 21 Architekturbüros aus ganz Europa um den Umbau des Kleinen Festspielhauses in Salzburg beworben, fünf blieben nach einer ersten Auswahl übrig. Im September hat eine Bewertungskommission das Projekt des Architektenteams Hermann/Valentiny, Wimmer, Zaic (Luxemburg, Salzburg) auf den ersten Platz gereiht. Der häufig als Favorit genannte Architekt Wilhelm Holzbauer kam auf den zweiten Platz. Mitte November hatte das Kuratorium der Festspiele der Festivalleitung grünes Licht für die Unterzeichnung des Generalplanervertrages mit dem Salzburger Architektenteam gegeben. Daraufhin richtete Holzbauer ein Schlichtungsersuchen an die Bundesvergabekontrollkommission und rief das Bundesvergabeamt auf den Plan. Damit wurde eine Überprüfung des Vergabeverfahrens eingeleitet.

Der Umbau des Kleinen Festspielhauses soll im Herbst 2003 beginnen. Die Wiedereröffnung des Hauses ist im Sommer 2005 vorgesehen, um vor dem Mozartjahr 2006 eine Probesaison im "Haus für Mozart" absolvieren zu können. (APA)

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