Warnung vor Vulkan "ignoriert"

24. Jänner 2002, 15:17
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Experte kritisiert die Verwaltung der Rebellen in Ostkongo

Goma - Die in Ostkongo regierenden Rebellen haben laut Angaben eines Vulkanologen erste Warnungen über einen bevorstehenden Ausbruch des Nyiragongo ignoriert. "Ich habe die Verwaltung der Rebellen bereits am Dienstag vergangener Woche davor gewarnt, dass eine schwere Eruption unmittelbar bevorsteht", sagte am Mittwoch der Kongolese Dieuxdonne Waffula, Forscher der Vulkan-Beobachtungsstation von Goma; und weiter: "Die Folgen der verheerenden Vulkankatastrophe hätten für Hundert-tausende Menschen gemindert werden können."

Ein Rebellensprecher der "Kongolesischen Bewegung für Demokratie" (RCD) in Goma dementierte: "Es gab keine ausdrücklichen Hinweise darauf, dass die Katastrophe so unmittelbar bevorsteht", sagte Bizima Karaha. "Waffula hat bereits seit sechs Monaten wiederholt vor einem Ausbruch gewarnt. Den genauen Zeitpunkt konnte er nicht vor-hersagen", erklärte er und setzte hinzu: "Wir hätten die Bevölkerung nicht dauernd aus der Stadt bitten können. Das hätte sie nur in Panik versetzt. Seit dem Morgen des verhängnisvollen Donnerstags haben wir die Menschen in Goma stündlich informiert und sie schließlich aufgefordert, die Stadt zu verlassen."

Todesopfer bestritten

Karaha bestritt auch UN-Angaben, das Unglück habe mindestens 45 Tote zur Folge gehabt. "Niemand ist während des Ausbruchs ums Leben gekommen. Und das war das Verdienst unserer Vorsorge", erklärte er.

Bewohner der hauptsächlich betroffenen Stadt Goma berichteten dagegen, die RCD habe die Bevölkerung zum ersten Mal am Abend nach dem Vulkanausbruch angewiesen zu fliehen. (dpa)

Rasche Hilfe aus Österreich

Wien - Die Mitarbeiter der Organisation "Austrian Help Program" (AHP), die als erste Hilfsorganisation im Krisengebiet um Goma angekommen war, bemühen sich nun, die Wasserversorgung wieder herzustellen und Unterkünfte für die Betroffenen zu bauen. AHP ist die einzige rein österreichische Hilfsorganisation, die in der Krisenregion von Ruanda und Kongo tätig ist. Für seine Arbeit bittet das "Austrian Help Program" um Geldspenden an die Raiffeisenbank Traunkirchen, Kon-to-Nr. 5734041, BLZ 34670. (red, DER STANDARD Print-Ausgabe 24.1.2002)

"Austrian Help Program" bittet um Geldspenden an die Raiffeisenbank Traunkirchen, Kon-to-Nr. 5734041, BLZ 34670
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