Aznar sagt Arafat Unterstützung zu

23. Jänner 2002, 16:03
1 Posting

Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit Arafats gefordert

Madrid - Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat in seiner Eigenschaft als amtierender EU-Ratsvorsitzender dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat seine Unterstützung zugesagt. Er werde alles tun, was in seiner Macht stehe, damit Arafat, dessen Amtssitz in Ramallah von israelischen Panzern umzingelt ist, die Bewegungsfreiheit zurückerlangte, versicherte Aznar am Mittwoch in einem Telefongespräch. Wie aus Madrider Regierungskreisen verlautete, versprach Aznar, sich als EU-Ratspräsident dafür einzusetzen, dass die israelischen Truppen in Ramallah die Einschließung von Arafats Amtssitz beenden.

Arafat hatte Aznar in einem Schreiben gebeten, vermittelnd einzugreifen, damit seine "dramatische Lage" überwunden werden könne. Der spanische Außenminister Josep Pique hat sich unterdessen dafür ausgesprochen, eine Friedenslösung im Nahen Osten von außen "aufzuzwingen". "Ich habe den Eindruck, dass die Konfliktparteien von sich aus nicht in der Lage sind, den Karren aus dem Dreck zu ziehen", sagte Pique am Mittwoch dem spanischen Fernsehsender "Antena 3". Bei einer "aufgezwungenen Friedenslösung" sei es von entscheidender Bedeutung, dass die USA sich daran beteiligten. Auf seiner jüngsten Nahost-Reise habe er den Eindruck gewonnen, dass in der arabischen Welt die Geduld zu Ende gehe. Israel lasse keine anderen Argumente gelten als die Frage seiner Sicherheit.

Die Europäische Union hatte Arafat am Montag ihrer Solidarität versichert. Der EU-Nahost-Sonderbeauftragte Miguel Angel Moratinos suchte Arafat in Ramallah auf. Er wolle damit die Solidarität mit der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA) zum Ausdruck bringen, sagte Moratinos. (APA/dpa)

Share if you care.